Berufspolitik

AOK Bayern reagiert nicht auf Hausarzt-Angebot

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MÜNCHEN (sto). Die AOK Bayern hat auf das Vertragsangebot des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) bisher nicht reagiert. Stattdessen habe die AOK angekündigt, die Schlusszahlungen für das dritte Quartal um mehr als 16 Millionen zu kürzen.

Beides zeige, dass die AOK eine Fortsetzung des Hausarztvertrages nicht wolle und die gesetzliche Bestandsklausel nur Makulatur ist, interpretiert BHÄV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Hoppenthaller die Entwicklung.

Der BHÄV hatte der AOK Bayern, die als Reaktion auf einen möglichen Systemausstieg den Hausarztvertrag mit dem BHÄV mit Frist bis zum 14. Januar gekündigt hat, eine Verlängerung des Vertrages mit gesenktem Honorar angeboten.

Bis zum Freitag vergangener Woche habe er darauf keine Antwort bekommen, teilte Hoppenthaller jetzt in einem Rundfax an die Hausärzte in Bayern mit.

Stattdessen hätten die Hausärzte in der vergangenen Woche den ersten erwarteten Drohbrief der Krankenkassen erhalten. Mit weiteren derartigen Schreiben müsse gerechnet werden. Das Ziel sei "Einschüchterung und Verunsicherung, denn man will die Ärzte im KV-System unter Knebelvertragsbedingungen halten", schreibt Hoppenthaller.

Der Gesetzgeber habe die Hausärzte mit vielen Einzelparagrafen "eingemauert", so dass die Ärzte nicht einmal den Status und die Rechte eines Angestellten haben, schreibt Hoppenthaller.

Dies werde von den Kassen gnadenlos ausgenutzt. "Wir sind nicht die Angestellten, sondern die Sklaven der Kassen", heißt es in dem BHÄV-Schreiben. Die Hausärzte seien keine Chaoten und keine Aufrührer.

"Wir kämpfen lediglich für den Erhalt unserer Praxen und der hausärztlichen Versorgung in Bayern, die unter den aktuellen Bedingungen in Kürze den Bach runter gehen wird", heißt es in dem Schreiben mit Blick auf den 22. Dezember, an dem in Nürnberg über einen anderen Weg diskutiert werden solle.

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