AOK kritisiert Handhabung von Todesfällen im Morbi-RSA

Veröffentlicht:

BERLIN (HL). Stirbt ein GKV-Versicherter am Jahresbeginn, dann bleibt seine Kasse auf den meist sehr hohen Behandlungskosten des schwer Kranken sitzen. Stirbt der Versicherte hingegen am Jahresende, dann bekommt die Kasse aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich nahezu die vollen Zuweisungen entsprechend der Krankheitslast, die dieser Versicherte seiner Kasse verursacht hat.

Die AOK, die einen überdurchschnittlich alten und daher sterbeträchtigen Versichertenanteil innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung hat, sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung.

Das Bundesversicherungsamt, das für die Abwicklung des Morbi-RSA zuständig ist, will diese Praxis aber nicht ändern, wie aus den aktuellen Beschlüssen zum Morbi-RSA-Verfahren hervorgeht.

Das widerspreche aber den ausdrücklichen Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirates, kritisiert der AOK Bundesverband. Der Beirat hatte empfohlen, mit Todesfällen genauso umzugehen wie mit anderen unterjährigen Versicherungszeiten, etwa dem Kassenwechsel. Die bestehende Sonderregelung für Todesfälle sollte abgeschafft werden.

Dazu Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes: "Das BVA versäumt es, seinen gesetzlichen Auftrag vollständig zu erfüllen. Die Beibehaltung von Sonderregelungen für Verstorbene schwächt die Zielgenauigkeit des Morbi-RSA und bewirkt, dass die kostenintensive Behandlung von Schwerstkranken weiterhin unterfinanziert bleibt." Das benachteilige Kassen mit vielen schwer Kranken.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitartikel

Homöopathie: Eine bloße Scheindebatte

Lesetipps
Eine neue Leitlinie, die Ende diesen Jahres veröffentlicht werden soll, soll Ärzten und Ärztinnen in der hausärztlichen Versorgung helfen, Patienten und Patientinnen zur Vitamin-D-Substitution adäquat zu beraten.

© irissca / stock.adobe.com

32. Jahreskongress der SGAM

Empfehlungen zur Vitamin-D-Substitution: Neue Leitlinie angekündigt

So klein sieht das Kügelchen beziehungsweise der Globulus hier auf dem Bild gar nicht aus. Ob und wie viel Wirkstoff enthalten ist und welche Wirkung dennoch davon ausgeht, das ist besonders bei Hochpotenzen strittig. Der innerärztliche Streit um die Homöopathie hat auf jeden Fall eine gewisse Größe. Es geht in der Tat um wissenschaftstheoretische Grundlagen.

© Springer Medizin Verlag

Alternative Therapierichtungen

Homöopathie: Worüber gestritten wird – und was die Fakten zeigen