In Kliniken und Praxen

Ärztinnen auf dem Vormarsch

Immer mehr Ärztinnen gibt es in Krankenhäusern und Praxen. Doch Klinikchefinnen sind nach wie vor selten.

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Der Anteil von berufstätigen Ärztinnen ist auf 45 Prozent gestiegen.

Der Anteil von berufstätigen Ärztinnen ist auf 45 Prozent gestiegen.

© Andrey Kiselev/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Die Medizin wird immer weiblicher. Der Anteil der Frauen unter den Medizinstudenten und Ärzten wächst seit Jahren stetig an.

Mittlerweile sind zwei Drittel aller Studienanfänger im Fach Humanmedizin weiblichen Geschlechts. Der Anteil berufstätiger Ärztinnen ist von 33,6 Prozent (1991) auf 45 Prozent (2011) gestiegen, so die aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer.

Das heißt aber noch nicht, dass auch mehr Frauen in Führungspositionen ankommen. Nach wie vor nehmen trotz des hohen Frauenanteils im Studium vorrangig Männer Führungspositionen in der medizinischen Versorgung ein.

Nur jede zehnte Position aller leitenden Klinikärzte ist der Statistik zufolge mit einer Frau besetzt. Dahingegen repräsentieren sie fast 50 Prozent aller nicht-leitenden Ärzte in Krankenhäusern.

Viele Frauen arbeiten Teilzeit

Und wie sieht es in den Vertragsarztpraxen mit der Frauenquote aus? Nur etwa 37 Prozent der ambulant tätigen Ärzte sind weiblich.

Mit 64 Prozent fast doppelt so hoch ist allerdings der Prozentsatz der Frauen unter den angestellten Vertragsärzten, unter den angestellten Hausärzten sind sogar 72 Prozent Frauen.

Der Grund: Viele Frauen wählen die Teilzeit-Anstellung, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Einer Studie der Deutschen Bank zufolge geht das Arbeitsvolumen der Ärzte zurück. Das zeigt der wachsende Anteil Teilzeitbeschäftigter an der Ärzteschaft, der im vergangenen Jahrzehnt um fünf Prozentpunkte auf 15,6 Prozent gestiegen ist.

Grundsätzlich stehen Ärztinnen dem Sprung in die Selbstständigkeit offen gegenüber. Das belegt die jüngste gemeinsam von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) und dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) durchgeführte Existenzgründungsanalyse für Ärzte 2011.

Im Westen stellten sie 45 Prozent der von der apoBank begleiteten Existenzgründer, im Osten 61,7 Prozent. Die Tendenz ist steigend. (ava)

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