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Corona-Impfstoff

Amerikaner und Europäer ziehen bei COVID-19-Vakzine an einem Strang

Staatliche Institute, Behörden und forschende Pharmaunternehmen wollen die Impfstoff- und Therapeutikaentwicklung gegen COVID-19 beschleunigen.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht:
Ein Labor von Johnson & Johnson. Das US-Unternehmen arbeitet an einer DNA-Vakzine.

Ein Labor von Johnson & Johnson. Das US-Unternehmen arbeitet an einer DNA-Vakzine.

© Johnson & Johnson

Neu-Isenburg. Koordinierte internationale Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2? Lange sah es nicht danach aus. Als Mitte März sogar Gerüchte aufkamen, US-Präsident Trump wolle Forscher des Tübinger Start-ups CureVac abwerben, das an einem mRNA-Impfstoff arbeitet, konnte der Anschein entstehen, als ob ausgerechnet die USA – seit Jahren Vorreiter in Sachen Pharma- und Biotech-Entwicklung – gänzlich ohne eigene Pfeile gegen die Pandemie im Köcher dastünden. Was natürlich nicht stimmte.

Denn gleichfalls Mitte März konnte die Bostoner Company Moderna bereits die Aufnahme des ersten Probanden in eine klinische Phase-1-Sicherheitsstudie mit ihrem Corona-Kandidaten „mRNA-1273“ verkünden. Inzwischen nimmt Moderna bereits die Phase II in Angriff, die im Laufe des 2. Quartals starten soll. Für die weiteren Entwicklungsarbeiten erhielt Moderna jetzt eine Finanzierungszusage der US-Behörde BARDA über bis zu 483 Millionen Dollar.

Unterdessen hat sich unter Federführung der staatlichen National Institutes of Health (NIH) eine öffentlich-private Partnerschaft namhafter Pharmafirmen und Behörden mit der Zielsetzung konstitutiert, die Impfstoff- und Therapeutikaentwicklung gegen das neue SARS-Virus zu beschleunigen. Für die Europäer sind die EU-Arzneimittelagentur EMA mit an Bord der „ACTIV“ getauften Allianz (für Accelerating COVID-19 Therapeutic Interventions and Vaccines) sowie mehrere Hersteller mit Hauptsitz in UK oder auf dem Festland; bislang einziger deutscher Teilnehmer ist der Hamburger Arzneimittelentwickler Evotec.

Ein aus Vertretern aller Beteiligten gebildeter Lenkungsausschuss soll zunächst über 100 potenzielle Impfstoff und Therapeutika-Kandidaten sichten und Kriterien zur Priorisierung deren weiterer Entwicklung formulieren. Außerdem wird die Allianz internationale klinische Entwicklungskapazitäten koordinieren.

Die Teilnehmer der ACTIV-Initiative

  • Behörden: National Institutes of Health, HHS Office of the Assistant Secretary for Preparedness and Response, U.S. Food and Drug Administration (FDA), Centers for Disease Control and Prevention, Europäische Arzneimittelagentur(EMA)
  • Stiftungen: Foundation for the National Institutes of Health
  • Unternehmen: AbbVie, Amgen, AstraZeneca, Bristol Myers Squibb, Evotec, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, KSQ Therapeutics, Eli Lilly, Merck & Co., Novartis, Pfizer, Roche, Sanofi, Takeda, Vir Biotechnology
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