EMA-Statistik

Anzahl neuer Wirkstoffe nimmt weiter zu

Veröffentlicht:

LONDON. Von Innovationsschwäche keine Spur: 81 Humanarzneimittel hat die europäische Zulassungsbehörde EMA ( European Medicines Agency) 2013 zur Marktfreigabe empfohlen. Formal erfolgt die Zulassung durch die EU-Kommission. Von diesen 81 Produkten enthielten 38 einen völlig neuen Wirkstoff, teilt die Behörde mit.

Damit kann für die vergangenen Jahre eine ebenso stetige wie deutliche Zunahme konstatiert werden. 2012 wurden 35 völlig neue Wirkstoffe zur Zulassung empfohlen, 2011 waren es 25 und 2010 erst 15.

Nach wie vor handelt es sich bei einem Großteil der Innovationen um Krebsmittel. 12 der 38 neuen Substanzen aus 2013 dienen der Tumorbekämpfung.

Als "bemerkenswert" bezeichnet die EMA, dass 2013 gleich drei Innovationen gegen MDR-Tuberkulose (MDR = multi drug resistent) ein positives Votum des Fachausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) erhielten. In dieser Indikation bestehe aufgrund jahrelangen Ausbleibens alternativer Therapieoptionen ein entsprechend hoher Bedarf. 

Nur Fünf Kandidaten abgelehnt

Weitere Schwerpunkte des jüngsten Zulassungsgeschehens bilden Präparate gegen HIV und Typ2-Diabetes. Gegen die Immunschwächekrankheit konnte die EMA vier Kandidaten empfehlen, die sämtliche einen neuen Wirkstoff enthalten. Zur Behandlung des Altersdiabetes wurden fünf neue Substanzen befürwortet.

Demgegenüber nehmen sich die Zulassungs-Flops 2013 bescheiden aus: Gerade einmal sieben Kandidaten wollte der CHMP nicht in der Praxis sehen. Davon wiederum erhielten zwei nach wiederholter Begutachtung schließlich doch noch einen positiven Bescheid.

Insgesamt acht Zulassungsanträge wurden von den einreichenden Unternehmen zurückgezogen, noch bevor die Behörden-Experten ihre Meinung dazu abgeben konnten.

Besonders stolz ist die EMA auf die Effizienz ihrer Beratung. Bei inzwischen jedem zweiten Zulassungsantrag hätten sich die Hersteller noch während der klinischen Entwicklungsphase wissenschaftlichen Rat vom CHMP geholt. Dadurch seien deren Erfolgsaussichten für einen positiven Zulassungsbescheid auf 90 Prozent gestiegen.

Projekte, bei denen die Agentur-Experten nicht gefragt werden, hätten stattdessen nur eine Erfolgsquote von 30 Prozent. (cw)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Nutzenbewertung

Mangels geeigneter Studie: Kein Zusatznutzen für Avacopan

Glosse

Markenmedikamente

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie