Arzneimittelpolitik

Apotheker setzen beim Thema Fälschung auf Ärzte

OFFENBACH (run). Mit Arzneimittelfälschungen lässt sich heute ein höherer Gewinn erzielen als mit Kokain. Apotheker warnt daher jetzt mit Storch und rosa Päckchen vor gefälschten Pillen.

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HAV-Infokampagne "Gefälschte Pillen sind nicht lustig"

HAV-Infokampagne "Gefälschte Pillen sind nicht lustig"

© HAV

"Egal ob Antibiotika, Krebs- und Malariamittel, Schlankheits- und Potenzmittel oder der Antibabypille: Es wird gefälscht, was Geld bringt", begründet der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands (HAV) Peter Homann die Initiative seines Verbands, die auch von den Apothekerverbänden einiger anderer Bundesländer mitgetragen wird.

Doch die von Jahr zu Jahr steigende Zahl der von Zollbehörden sichergestellten illegalen, zum Teil gefälschten Arzneimittel zeugt ebenso von einem geringen Problembewusstsein bei den Verbrauchern.

Unter dem Motto "Gefälschte Pillen sind nicht lustig", machen Apotheker daher derzeit mit auffälligen Plakaten und Handzetteln, die einen Storch mit rosa Päckchen zeigen, ihre Kunden darauf aufmerksam, dass sie "russisches Roulette" mit ihrer Gesundheit spielen, wenn sie Arzneimittel aus unsicheren Internetquellen beziehen, von denen sich oft weder Herkunft noch Zusammensetzung nachvollziehen ließen.

Bei einer Bestellung aus dem Ausland liefen die Verbraucher nicht nur Gefahr, Fälschern oder Betrügern in die Hände zu fallen, sondern sich bei der Einfuhr illegaler Präparate auch nach dem Arzneimittelgesetz strafbar zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung des HAV.

Da das Thema gefälschte Pille(n) gerade auch die Zielgruppe junger Frauen anspricht, wurde das Plakat zudem an alle hessischen Gynäkologen geschickt, mit der Bitte, es in ihrer Praxis aufzuhängen.

Ziel der Imagekampagne, die bereits im Januar mit lustigen Plakaten zum Thema Wechselwirkungen Aufmerksamkeit erzeugte, ist es, den Stellenwert öffentlicher Apotheken bei der Beratung und der Arzneimittelsicherheit deutlich zu machen.

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