Österreich

Arbeitgeber wollen Kassenstruktur neu ordnen

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WIEN. Die Arbeitgeber in Österreich drängen darauf, die Zahl der Krankenversicherungsträger zu reduzieren. Für Selbstständige sollte es landesweit wie bisher nur eine Krankenkasse geben. Die österreichische Industriellenvereinigung (IV) – vergleichbar dem Arbeitgeberverband in Deutschland –  will die 21 Sozialversicherungsträger einschrumpfen. Allein 18 von ihnen beschäftigten sich bisher mit der Krankenversicherung. In Deutschland gibt es aktuell 113 gesetzliche Kassen.

Eine Einheitskasse lehnt die IV ab. Nicht sinnvoll seien auch nach Bundesländern gegliederte Krankenkassen. Angestrebt werden sollte eine populationsbasierte Integration der Versorgung in drei oder vier topographisch zusammengehörenden Regionen. So könne auch vermieden werden, dass die Länder jeweils "ihre" Krankenhäuser alimentieren.

Insgesamt herrscht den Arbeitgebern in der historisch gewachsenen Struktur der Sozialversicherung zu viel Durcheinander. Die Leistungs- und Tarifkataloge seien vielfach unterschiedlich, die Mittelverteilung zwischen den Trägern oft intransparent. Und bei den neun Gebietskrankenkassen gelte der Grundsatz "gleicher Beitrag, gleiche Leistung" gerade nicht.

Die Selbstbehalte hätten im Gesundheitswesen bislang kaum Steuerungsfunktion, moniert die IV. Es fehlten harmonisierte Anreize. Die Rezeptgebühr ist die bislang wichtigste Selbstbeteiligung. Die Zuzahlung machte 2014 rund 2,3 Prozent der gesamten Krankenversicherungseinnahmen aus. (fst)

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