Arzneimittelpolitik

Arzneiausgaben machen im März einen Sprung

Ärzte haben im März im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Arzneien und Impfstoffe zu Lasten der gesetzlichen Kassen verordnet.

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FRANKFURT/MAIN (fst). Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IMS Health sind die Ausgaben im Vergleich zum März 2009 um 9,5 Prozent auf 2,61 Milliarden Euro gestiegen (Vormonat: 2,238 Milliarden Euro). Dabei geht IMS Health vom Apothekenverkaufspreis aus, von dem die Zwangsrabatte für Hersteller und Apotheken bereits abgezogen sind. Auch die Menge der abgegebenen Packungen hat um 4,9 Prozent zugenommen. Sie stieg im Vergleich zum Februar 2010 um rund acht auf fast 61,6 Millionen. Lässt man die Ausgaben für Vakzine (etwa 70 Millionen Euro) außen vor, dann beträgt der Anstieg sogar 10,5 Prozent. Grund dafür ist, dass die Impfausgaben seit dem vergangenen Jahr kontinuierlich sinken. Lediglich in der Gruppe der Mehrfach-Impfstoffe gibt es ein Plus von vier Prozent. Dieser geht vor allem auf den deutlichen Zuwachs bei Kombi-Impfungen gegen Masern und Mumps zurück.

Angesichts der rückläufigen Ausgabenentwicklung im Januar und dem moderaten Wachstum im Februar haben Experten den Ausgabenschub im März erwartet. Interpretiert werden kann das starke Plus als ein Nachholeffekt, da gerade die Verordnungen für Patienten mit chronischen Erkrankungen überdurchschnittlich gestiegen sind. So ergibt sich bei den umsatzstarken Betablockern ein Umsatzplus im Vergleich zum März 2009 von 9,4 Prozent, bei ACE-Hemmern sind es neun Prozent. Bei Beta-2-Stimulantien beträgt der Zuwachs sogar 14,1, bei Antiepileptika 13,0 Prozent. Allerdings muss auch ein statistischer Effekt berücksichtigt werden, da der März einen Arbeitstag mehr hatte als im Vorjahr.

Insgesamt ergeben sich für das erste Quartal 2010 einschließlich Impfstoffen Ausgaben von etwa 7,163 Milliarden Euro zu Lasten der GKV. Das entspricht einem Zuwachs von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (ohne Impfstoffe: 5,2 Prozent). Dagegen sinkt die Menge der abgegebenen Packungen um zwei Prozent auf 169,3 Millionen.

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