Berufspolitik

Arzneimittel-Rabattverträge der AOK starten zum 1. Juni

BERLIN (hom). Nach monatelangem Streit vor Vergabekammern und Gerichten hat Deutschlands größter gesetzlicher Kassenverbund AOK Zuschläge für alle der von ihr ausgeschriebenen 63 patentfreien Arzneimittel erteilt.

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"Der Quantensprung ist geschafft" erklärte Dr. Christopher Hermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK-Baden-Württemberg und bundesweiter Chefunterhändler der AOK-Rabattverträge, am Mittwoch in Berlin.

Insgesamt hat die AOK über 63 verschiedene Wirkstoffe 315 Einzelverträge an 22 Bieter und Bietergemeinschaften in fünf so genannten Gebietslosen erteilt. Die Verträge haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Start ist der 1. Juni 2009. Nach einer Übergangsfrist von einem Monat erhalten die 25 Millionen AOK-Versicherten vom Apotheker dann nur noch das Medikament des Herstellers, mit dem die Kasse einen Rabattvertrag ausgehandelt hat. Das Einsparpotenzial der AOK-Verträge liege bei mehr als 500 Millionen Euro im Jahr, erklärte Hermann.

Franz Knieps vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) sagte, das Beispiel der AOK zeige, dass Rabattverträge ein wichtiger Hebel seien, um die hohen Arzneimittelpreise in Deutschland zu senken. Er habe jedoch den Eindruck, dass viele Akteure im Gesundheitswesen zwar mehr Wettbewerb wollten. "Aber bitte nicht in meinem Bereich oder nur, wenn ich zu den Gewinnern gehöre." So aber habe der Gesetzgeber nicht gewettet, als er die Ausschreibungsmöglichkeit in der Gesundheitsreform festgeschrieben habe. "Wir unterstützen jedenfalls weiter all diejenigen, die nicht über Gesetze jammern, sondern die versuchen, daraus positive Ergebnisse für ihre Kunden zu ziehen", betonte Knieps.

Lesen Sie dazu auch: Grünes Licht für Rabattverträge der AOK

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