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Kommentar

Auf Abschottung getrimmt

Von Wolfgang  van den Bergh Veröffentlicht:

Ein System zusammenzuführen, das jahrelang auf strikte Abschottung getrimmt war, ist ambitioniert. So sind Ärzte und ihre Mitarbeiter diesseits und jenseits der Sektoren ambulant und stationär sozialisiert worden.

Doch das war einmal, weil der Ruf nach Zusammenarbeit immer lauter wird, so auch bei der Eröffnung des Gesundheitskongresses des Westens. Der hat die Schnittstellenüberwindung zum Hauptthema erklärt. Das war zugleich eine Steilvorlage für Landesminister Laumann, der diese zu einer schonungslosen Status-quo-Analyse nutzte – durchaus selbstkritisch. Immerhin war er zwischen 2005 und 2010 verantwortlicher Minister in NRW.

Es hakt an allen Ecken und Enden, an einer sektorübergreifenden Bedarfsplanung genauso wie an einheitlichen Preisen für Leistungen. Auf andere Länder zu schielen, wie etwa auf Dänemark, wo in den vergangenen zehn Jahren das Gesundheitssystem eine Radikalkur verpasst bekommen hat, ist wenig zielführend. Allein der drastische Abbau der Kliniken um fast die Hälfte wäre in Deutschland undenkbar.

Die Ressourcen-Diskussion bei uns erhöht den Handlungsdruck. Eine Bund-Länder-Kommission soll einen Plan vorlegen. Mit schnellen Ergebnissen ist nicht zu rechnen. Skepsis am Gelingen ist angebracht.

Lesen Sie dazu auch: Laumann: Politik hat Allgemeinmedizin ausbluten lassen

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