Prognose der Barmer
Baden-Württemberg: Ohne Umverteilung droht bei Hausärzten Unterversorgung
Das wissenschaftliche Barmer-Institut hat die hausärztliche Versorgung in Baden-Württemberg untersucht. Im Jahr 2040 droht auf dem Land vielerorts Unterversorgung – es sei denn, man lotst dort gezielt Hausärzte hin.
Veröffentlicht:
Viel Fachwerk und oft fehlende hausärztliche Versorgung: Die Barmer skizziert in einer Prognose die Situation in Baden-Württemberg im Jahr 2040.
© Ulrich Baumgarten / picture alliance
Stuttgart. Die hausärztliche Versorgung könnte sich in Baden-Württemberg noch stärker verschlechtern als in anderen Regionen Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Prognose des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg).
Bis zum Jahr 2040 wird im Südwesten danach der Bedarf an Hausärzten um 6,3 Prozent steigen – tatsächlich werde ihre Zahl aber auch um vier Prozent sinken. Parallel dazu gehen die Studienautoren davon aus, dass in den kommenden 14 Jahren die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in den Hausarztpraxen um 3,3 Prozent abnehmen wird.
Vergabe von 75 Medizinstudienplätzen
Landarztquote in Baden-Württemberg: Nächste Bewerberrunde startet
Im Ergebnis werde der durchschnittliche Versorgungsgrad im Land von 97 auf 79 Prozent sinken. In einzelnen Regionen könnte das Unterversorgungsrisiko – wie etwa im Planungsbereich Bad Säckingen (Landkreis Waldshut) – auf fast 100 Prozent steigen.
Eine Unterversorgung lasse sich aber dann vermeiden, wenn drei Prozent des hausärztlichen Nachwuchses gezielt für die Versorgung in schlecht versorgten Regionen gewonnen werden können, landesweit wären das 175 Hausärztinnen oder Hausärzte.
Landarztquote wirkt zu langfristig
Barmer-Landesgeschäftsführer Winfried Plötze hält diese Dimension für machbar: „Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung müssen dafür sorgen, dass sich junge Hausärztinnen und -ärzte dort niederlassen, wo sie gebraucht werden.“ Die im Jahr 2021 in Baden-Württemberg etablierte Landarztquote sei dafür ein zu langfristig wirkendes Instrument, betont die Kasse.
Schwäbischer Wald
Hausarztnot: Was wirklich gegen Unterversorgung hilft
Die Untersuchung des Instituts beruht auf einer Befragung von 3.700 Hausärzten durch die Bertelsmann Stiftung sowie Daten des Bundesarztregisters. Bundesweit werde es danach im Jahr 2040 etwa 1.300 Hausärzte weniger geben als 2024.
Angesichts abnehmender Arztzeit sowie steigenden Behandlungsbedarfs gehen die Studienautoren von bundesweit 5.000 fehlenden Vollzeitstellen bei Hausärzten aus. (fst)









