Direkt zum Inhaltsbereich

Klinikqualität

Baden-Württemberg ist gegen "Experimente"

Landesregierung will Qualitätsindikatoren nicht automatisch in die Krankenhausplanung übernehmen.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Die baden-württembergische Landesregierung lehnt es klar ab, auf Bundesebene entwickelte Qualitätsindikatoren automatisch in der Krankenhausplanung einzusetzen. Das Sozialministerium erklärt auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag, die Regierung werde daher von der Ausnahmeklausel im Krankenhausstrukturgesetz Gebrauch machen. Diese verhindert, dass die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren unmittelbar Grundlage der Krankenhausplanung werden.

Das Land werde in der stationären Versorgung, die "entscheidende Bedeutung für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung hat", mit einem "gänzlich unerprobten Verfahren experimentieren", heißt es in der Regierungsantwort. Stattdessen werde das Sozialministerium in "Abstimmung mit dem Landeskrankenhausausschuss entscheiden, welche Qualitätskriterien bei der Planung berücksichtigt werden sollen.

Basis der Qualitätsindikatoren, die vom Institut zur Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) entwickelt werden, seien Indikatoren aus der externen stationären Qualitätssicherung. Auch der Gemeinsame Bundesausschuss habe eingeräumt, dass diese Daten "zum Zweck der Krankenhausplanung nur sehr eingeschränkt geeignet sind". Denn die Indikatoren bezögen sich auf Einzelleistungen, erlaubten aber "keinen Rückschluss auf die Planungsebene der Fachabteilung bzw. des Krankenhauses insgesamt", erläuterte das Ministerium. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben bereits ausgeschlossen, dass die Qualitätsindikatoren unmittelbar Wirkung auf die Krankenhausplanung haben.

Die ersten Ergebnisse zu den planungsrelevanten Qualitätsindikatoren werden den Länden im September 2018 übermittelt. Das Ministerium kündigt an, die Auswertungen würden "eingehend" geprüft. Unter Beteiligung des Landeskrankenhausausschusses werde dann entschieden, ob und wenn ja, welche Planungsindikatoren bei der Krankenhausplanung berücksichtigt werden sollen.(fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Lesetipps
Eine auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel mit antioxidativen Wirkungen.

© bit24 - stock.adobe.com

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Cristiano Ronaldo schießt auf das Tor von Manuel Neuer.

© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matthias Hangst

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren