Pflegebedürftige in der Pandemie

Bedford-Strohm: „Man kann auch den sozialen Tod sterben“

Heime abschotten, um Corona-Cluster zu vermeiden: Solche Maßnahmen müssen Grenzen haben, meint EKD-Ratschef Bedford-Strom. Er fordert Balance – und Vorrang für jene, „die nicht alleine sterben wollen“.

Veröffentlicht: 08.11.2020, 15:44 Uhr
Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender

„Der zentrale Wert ist Selbstbestimmung.“ EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm

© Michael Reichel / dpa

München. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht in der Corona-Pandemie die Gefahr von Vereinsamung und Isolation der Menschen in Altersheimen.

„Der grundlegende Besuch in Altersheimen muss möglich bleiben“, sagte Bayerns Landesbischof der Deutschen Presse-Agentur.

Sterbebegleitung sei fundamental. „Es ist klar: Wenn Menschen sterben, müssen sie Begleitung bekommen.“ Pflegeheimleitungen sollten in dieser Abwägung immer denen den Vorrang geben, „die nicht alleine sterben wollen“.

Die richtige Balance finden

Bei der Frage nach dem Schutz vor Corona-Infektionen in Altersheimen sei die „Balance fundamental zwischen Menschenschutz und dem Grundbedürfnis eines jeden Menschen, dass er Begleitung hat.“

Es gebe Angehörige von Menschen, die sterben, weil das Virus ins Heim gekommen sei. „Sie trauern genauso wie Angehörige von Menschen, die ohne Begleitung sterben. Der zentrale Wert ist Selbstbestimmung.“

Es gebe unterschiedliche Menschen und Bedürfnisse. „Der eine will lieber sicher sein. Andere sagen, man kann auch den sozialen Tod sterben und dass es viel schlimmer ist, wenn man einsam ist in den letzten Monaten und Jahren des Lebens.“ (dpa)

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