Direkt zum Inhaltsbereich

Todkranke Patienten

Behörde weist Sterbewillige konsequent ab

Veröffentlicht:

BERLIN. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bislang alle Anträge von schwerkranken Patienten, ein Medikament zur Selbsttötung erwerben zu dürfen, abgelehnt.

Seit März 2017 sind bei der Behörde insgesamt 129 Anträge eingegangen, teilt die Regierung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag mit. 99 Anträge wurden abgelehnt, 19 Widersprüche zurückgewiesen.

Ein weiterer Widerspruch wurde zurückgezogen, ein weiteres Verfahren läuft noch. Sieben Klagen gegen BfArM-Bescheide sind noch beim Verwaltungsgericht Köln anhängig, die Verhandlungen sind für den November terminiert.

Am 2. März 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, das unheilbar Kranken in einer extremen Notlage die Erlaubnis nicht versagt werden dürfe, Natrium-Pentobarbital zu erwerben. Die Bundesregierung indes verweist auf die Lebensschutzorientierung im Grundgesetz, sodass es nicht Aufgabe des Staates sein könne, eine Selbsttötung aktiv zu unterstützen.

Weitere Anträge eingegangen

Trotz der ablehnenden Bescheidpraxis sind seit Februar sieben weitere Anträge von Patienten eingegangen – insoweit sie bereits beschieden wurden, wiederum ohne Erfolg.

Bis Ende dieses Jahres wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu mehreren Verfassungsklagen gegen den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch erwartet.

Die Karlsruher Richter hatten sich bei der mündlichen Verhandlung kritisch mit den praktischen Problemen des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbehilfe auseinandergesetzt. Man werde den Handlungsbedarf, der sich aus dem Karlsruher Urteil ergibt, prüfen, wenn es vorliegt, so die Regierung. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

(S)MART-Konzept

Das leisten Fixkombinationen bei Asthma

Lesetipps
 Nebenniereninsuffizienz

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

MRSA-Keime sind am 19.09.2017 im Institut für Hygiene und Gesundheit in Hamburg in einer Petrischale zu sehen. Die weißen Plättchen geben verschiedene Antibiotika ab, von denen einige die Keime im Umkreis absterben lassen.

© Daniel Reinhardt / dpa / picture alliance

Robert Koch-Institut

Antibiotika-Resistenzen: Digitales Tool greift Ärzten unter die Arme

Eine ältere Frau liest einen Beipackzettel

© Ingo Bartussek/stock.adobe.com

Datenbankanalyse

Vorsicht bei der Kombination von Antikonvulsiva mit DOAK