Berliner Kliniken

Belastung der Pflegekräfte steigt

In Berliner Kliniken ist die Minutenpflege Realität. Die Zahl der zu versorgenden Patienten nimmt zu.

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BERLIN. Die Belastung der Pflegekräfte in den Berliner Krankenhäusern ist in den letzten zehn Jahren extrem gestiegen. Betreute eine in Vollzeit tätige Pflegekraft im Jahr 2002 durchschnittlich noch 48,4 stationäre Patienten, so war sie 2012 schon für 61,3 Patienten zuständig.

Das geht aus der Antwort von Gesundheits- und Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle (CDU) auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus hervor.

Auch im medizinisch-technischen Dienst nahm die Arbeitsbelastung zu. 125,6 vollstationäre Patienten versorgte ein Mitarbeiter in diesem Bereich 2012. Zehn Jahre vorher waren es noch 95,9. Im ärztlichen Dienst blieb die Zahl der versorgten Patienten mit über 108 annähernd gleich.

Die Antwort auf die Anfrage nennt zwei Gründe für diese Entwicklung in der Krankenpflege. Neben der demografisch bedingten Zunahme des Pflegebedarfs ist das der immer stärker spürbare Fachkräftemangel. "Hierdurch dauert die Nachbesetzung der Stellen länger und muss gegebenenfalls in Krankenhäusern wie zum Beispiel Vivantes durch Leasingkräfte überbrückt werden", so Gerstle.

Hinzu kommt: Die Berliner Krankenhäuser haben nach seinen Angaben in den letzten zehn Jahren zwar rund 860 Ärzte zusätzlich eingestellt. Im stationären Pflegedienst wurden die Stellen jedoch um rund 15 Prozent reduziert. Das entspricht einem Abbau von rund 2300 Pflegestellen.

Eine angemessene Personalausstattung sei jedoch "Grundvoraussetzung für eine hohe Qualität in der Krankenhausversorgung und für die Patientensicherheit".Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) wird am Freitag beim 4. Berliner Pflegekongress erwartet. Zu dem Kongress laden die beiden großen Krankenhäuser der Hauptstadt, die Uniklinik Charité und der kommunale Vivantes-Konzern gemeinsam ein. (ami)

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