TSVG

Bis zu 700 Millionen Euro Extra-Honorar

Das Termineservice- und Versorgungsgesetz sieht eine Erhöhung der Mindestsprechstunden für Vertragsärzte vor. Dafür sollen sie ein zusätzliches jährliches Honorar von bis zu 700 Millionen Euro erhalten, bekräftigt der Bundesgesundheitsminister.

Veröffentlicht: 26.10.2018, 10:15 Uhr

BERLIN. Für längere Sprechzeiten für Kassenpatienten und das Annehmen neuer Patienten will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Ärzten jährlich ein zusätzliches Honorar geben.

Gegenüber den Zeitungen der VRM (ehemals Verlagsgruppe Rhein Main/Donnerstagsausgabe) bekräftigte der CDU-Politiker erneut, dass sich das Volumen jährlich zwischen 600 und 700 Millionen Euro bewegen soll. „Das Geld kommt gezielt bei denen an, die zusätzliche Patienten annehmen“, sagte Spahn.

Die große Koalition will die Sprechzeiten für Kassenpatienten von bisher 20 auf 25 Stunden pro Woche ausweiten, damit die Versicherten schneller an Termine kommen. Dazu hat das Bundeskabinett das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auf den Weg gebracht.

Grüne: "Hausärzte gehen leer aus"

Die Grünen sehen Spahns Ankündigungen skeptisch. „Die Vergütungssteigerungen werden zuallererst den Ärzten zugutekommen, die bisher wenige Sprechstunden angeboten haben. Insbesondere die Hausärzte gehen leer aus“, teilte Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung bei den Grünen, am Freitag mit.

“Außerdem bleibt völlig unklar, wie sich die neuen Honoraranreize für Akutpatienten auf die Versorgung chronisch Kranker auswirken wird.“

Das TSVG offenbare große Lücken, führte Kappert-Gonther in einer Mitteilung aus. So gebe es keine grundlegenden Verbesserungen für die Versorgung in ländlichen und sozial benachteiligten Regionen, keine sektorenübergreifenden Ansätze und keine stärkere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. (dpa/ths)

Wir haben den Beitrag aktualisiert und verlängert am 26.10.2018 um 15:17 Uhr.

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