Direkt zum Inhaltsbereich

Bedarfsplanung

Bremen wird nicht geteilt

In Bremen wollte ein Ärztenetz einen zweiten Planungsbezirk für den Norden. Doch der hätte den Hausärzten in der Hansestadt nichts genützt - im Gegenteil.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:
Ihre Stadt bleibt ungeteilt: die Bremer Stadtmusikanten.

Ihre Stadt bleibt ungeteilt: die Bremer Stadtmusikanten.

© imagebroker/ imago

BREMEN. Die Stadt Bremen bleibt ein einziger Planungsbereich. Da nützte auch der Protest des Ärztenetzes Bremen Nord nichts.

Im Gegenteil: Die Ärzte im Norden der Stadt mussten einsehen, dass sie mit der Forderung nach einem eigenen Bezirk für den Norden schlechter wegkommen als bei der nun getroffenen Regelung. Fazit: Die Neuordnung der Planungsbereiche löst nicht alle Probleme.

"Mit einem neuen Planungsbezirk Bremen-Nord würden wir Hausärzte keinen Blumentopf gewinnen", sagt Dr. Peter Rudolph, Hausarzt in Bremen-Nord. "Denn wenn wir die Planungsbereiche nicht teilen, haben wir einen Versorgungsgrad von 110 Prozent, und wenn wir teilen, von 113 Prozent."

Allerdings verlassen offenbar immer mehr Ärzte, nicht nur Hausärzte, den Bremer Norden. Auch eine Augenärztin sei gegangen, hieß es. Ebenso fehlen Kinder- und Jugendpsychologen im Norden der Weserstadt.

Die Netzärzte fürchten, dass ihre Stadtteile für neue, nicht nur hausärztliche Kollegen wegen der veränderten Sozialstruktur nach und nach unattraktiver werden und die Ärzte mit ihren Niederlassungen in begehrtere Gegenden Bremens abwandern. Außerdem könnten ältere Vertragsärzte womöglich keine Nachfolger finden.

Noch nichts beschlossen

Nach einem kontrovers verlaufenen Treffen mit Vertretern der KV Bremen, mit Gesundheitssenator, Dr. Hermann Schulte-Sasse und Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt vom Nord-Bremer Stadtteil Vegesack, haben sich Ärzte und KV bei einem Folgetreffen zusammengerauft, berichtet Rudolph.

"Wir kennen die Sorgen der Ärzte in Bremen Nord", sagt KV-Sprecher Christoph Fox der "Ärzte Zeitung".

"Aber wir wissen auch, dass ein eigener Planungsbezirk keinen Arzt davon abhalten wird, aus Bremen Nord wegzugehen." Im Übrigen sei Bremen- Nord in vielen Disziplinen überversorgt.

Dennoch will die KV möglicherweise ein Förderpaket auflegen. "Denkbar wäre zum Beispiel eine Umsatzgarantie für Ärzte, die sich im Norden niederlassen wollen", sagt Fox. Die KV denkt offenbar auch an verbilligte Kredite.

Aber beschlossen sei noch nichts. Die KV verwies auch auf die politische Seite. "Auch die Kreativität der Ortsämter ist gefragt, zum Beispiel mit Kita-Plätzen oder günstigen Immobilien", so der KV-Sprecher.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Praxislandschaft 2040

Studie: In welchen Regionen mittelfristig die größten Hausarztlücken drohen

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien