Berufspolitik

Bringen die Alten die Wirtschaft in Schwung?

Mecklenburg-Vorpommern will das Potenzial älterer Menschen stärker nutzen und zugleich die steigende Nachfrage nach Gesundheitsangeboten befriedigen.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Gute Aussichten für die Zukunft? Alte Menschen bieten viel Potenzial.

Gute Aussichten für die Zukunft? Alte Menschen bieten viel Potenzial.

© Foto: Eastmanwww.fotolia.de

"Ältere Menschen sind bereit, etwas für Ihre Gesundheit zu tun", stellte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering zum Auftakt der fünften nationalen Branchenkonferenz in Rostock fest. Diese Bereitschaft stößt im Nordosten auf Bedingungen wie Küstennähe, hohe Zahl an Kurorten sowie das breite Angebot von 64 Rehakliniken.

Nachfrager sollen bundesweit gewonnen werden. Zugleich zeigt sich aber im Land selbst hoher Bedarf. Mecklenburg-Vorpommern, das zur Wende das niedrigste Durchschnittsalter in Deutschland aufwies, ist mittlerweile das älteste Bundesland. Sellering setzt in diesem Zusammenhang große Hoffnungen auf die Telemedizin und auf das Konzept der Gemeindeschwester Agnes. Zugleich mahnte er vor rund 600 Branchenvertretern, die Möglichkeiten der Prävention besser auszuschöpfen.

Wie hoch das Potenzial der Gesundheitsbranche ist, verdeutlichte die Berliner Staatssekretärin Almut Nehring-Venus. Nach einer bislang unveröffentlichten Umfrage unter Berliner Unternehmen der Gesundheitsbranche gehen 96 Prozent von ihnen von konstantem oder steigendem Personalbedarf aus. 44 Prozent haben aktuell offene Stellen.

Neben Ärzten werden auch Altenpfleger, Physiotherapeuten, Krankenpfleger und medizinische Fachangestellte gesucht. Einstellungshindernisse sind oft fehlende Berufserfahrung und mangelnde Qualifikation. Nehring-Venus forderte die Unternehmen im Gesundheitswesen auf, stärker in die Ausbildung zu investieren. Gastgeber Professor Horst Klinkmann sieht die Politik gefordert, in der Wirtschaftskrise nicht den Stellenwert des vergleichsweise krisensicheren Gesundheitswesens zu vergessen und es weiter zu fördern. Nach den in Rostock präsentierten Zahlen sind 4,4 Millionen Menschen im deutschen Gesundheitswesen beschäftigt.

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