Gesundheitspolitik international

Briten diskutieren über Abtreibungen

LONDON (ast). In der britischen Ärzteschaft wird abermals über eine Verkürzung der Abtreibungsfristen diskutiert.

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Während das britische Parlament demnächst über eine Verkürzung der Frist von bisher 24 Wochen entscheiden muss, lehnen immer mehr beim Staat angestellte Ärzte Schwangerschaftsabbrüche nach der 17. Woche "aus Gewissensgründen" ab.

Die Schwangerschaftsgesetze in Großbritannien zählen zu den liberalen Bestimmungen in Europa. In Deutschland sind beispielsweise Abbrüche nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche erlaubt. Britinnen dürfen dagegen bislang ihre Schwangerschaft bis zur 24. Woche unterbrechen lassen. Jährlich werden in Großbritannien nach Angaben des Londoner Gesundheitsministerium etwa 194 000 Abtreibungen vorgenommen.

Freilich: immer öfter lehnen Ärzte des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) Abtreibungen nach der 17. Woche "aus Gewissensgründen" ab. Nach einer aktuellen Untersuchung werden heute drei von vier der späten Schwangerschaftsabbrüche (ab der 17. Schwangerschaftswoche) mittlerweile außerhalb des NHS vorgenommen.

Grund dafür ist laut Ärztebund (British Medical Association, BMA) die Tatsache, dass viele Ärzte "aus Gewissensgründen späte Abtreibungen ablehnen". Diese Option ist den Ärzten gesetzlich zugesichert. Mehr als die Hälfte der nach der 20. Schwangerschaftswoche durchgeführten Abbrüche werden von der Organisation "British "Pregnancy Advisory Service" vorgenommen. Das Unterhaus wird am heutigen Dienstag über eine Verkürzung der Fristen abstimmen. Es ist unklar, wie die Abstimmung ausgehen wird. Zuletzt hatte das Parlament 1990 eine Verkürzung von damals 28 Wochen auf 24 Wochen beschlossen.

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