Britische Ärzte als Frühwarnsystem für Olympia

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Der Organisationschef von London 2012, Sebastian Coe: "Wir sind ganz klar bereit, hervorragende Spiele abzuliefern."

Der Organisationschef von London 2012, Sebastian Coe: "Wir sind ganz klar bereit, hervorragende Spiele abzuliefern."

© Daniel Deme / dpa

LONDON (ast). Britische Haus- und Klinikärzte sind rund zwei Wochen vor Beginn der Sommerolympiade in London von der Regierung aufgefordert worden, alle Infektionen, die während der am 27. Juli beginnenden Spiele diagnostiziert werden, sofort zu melden.

Das Frühwarnsystem für die Olympiade soll verhindern, dass durch die Spiele zuviele Menschen krank werden.

Zehntausende Testkitts

Wie das Londoner Gesundheitsministerium auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" bestätigte, werden die Hausarztpraxen und Krankenhäuser des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) kurz vor der Eröffnungsfeier am 27. Juli mit zehntausenden zusätzlichen Testkits ausgestattet, damit Ärzte im Verdachtsfall schnell auf bestimmte Infektionen testen können. zum Beispiel Salmonellen.

Bislang dauert ein Test im NHS durchschnittlich 48 Stunden. Während der Olympiade soll diese Zeit auf "maximal 24 Stunden" verkürzt werden.

"Wir wollen verhindern, dass es als Folge der Olympiade zu einer Ausbreitung von gefährlichen Infektionskrankheiten kommt", so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Und: "Dank Olympiade werden mehr als zwei Millionen Sportler, Funktionäre und natürlich sportbegeisterte Touristen ins Land kommen. Wir möchten verhindern, dass sich exotische Krankheiten breit machen und die Menschen krank werden."

Urlaubsstopp für Dauer der Olympiade

Die britische Überwachungsbehörde Health Protection Agency (HPA), die Infektionskrankheiten und deren Ausbreitung beobachtet, wurde vom Londoner Gesundheitsministerium in Alarmbereitschaft versetzt. Es wurde für die Zeit der Olympiade ein Urlaubsstopp verhängt. "Wir sind bereit. Let the games begin", so eine HPA-Sprecherin kürzlich vor Journalisten in London.

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Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 24.07.201222:14 Uhr

Ansteckende Krankheiten

Überall auf der Welt kommen seit den schnellen und erschwinglichen Flugreise-Möglichkeiten der vergangenen fünfzig Jahre täglich Abermillionen von fremden Menschen zusammen, ohne daß diese zueinander oder miteinander kontagiös sind. Es handelt sich nämlich in der Regel um reise- und transportfähige, und nicht etwa ansteckungsverdächtige Personen.
So wird es auch bei den Olympischen Spielen in London sein, zumal hier vor allem Sportbegeisterte zusammenkommen werden. Deren "Abwehrkräfte" (Immunitätslagen) sind meistens besser trainiert als die von Inaktiven.
Es dürfte also überhaupt keine besondere Ansteckungsgefahr bestehen, zumal es sich um Sommerspiele handelt und uns die Schweine- und Vogelgrippe durch die "Seuchen"-Experten erst wieder für die "foggy" Jahreszeit prognostiziert wird.
Der ständig überforderte britische National Health Sevice (NHS) hat offensichtlich sein Sommerloch gefunden und seit langem einmal Kapazitäten in der Gesundheitsvorsorge frei...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und Mikrobiologie) aus Rostock

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