Organspende

Brysch kritisiert "Black Box" DSO

DORTMUND/FRANKFURT (dpa). Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) muss nach Ansicht der Deutschen Hospiz Stiftung dringend reformiert werden.

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"Das Verhalten innerhalb des Transplantationssystems ist eine Black Box. Die Politik muss endlich Konsequenzen aus dieser Intransparenz ziehen", forderte der Geschäftsführende Vorstand der Hospiz-Stiftung, Eugen Brysch, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Es sei unklar, wer über die Verteilung von Spenderorganen "und damit über Lebenschancen" entscheide.

Dadurch könne der Eindruck entstehen, die im Gesetz festgelegten Verteilungskriterien würden "in der Praxis nicht immer so angewendet", sagte Brysch.

Die DSO entgegnet, dass natürlich klar sei, wer für die Verteilung der Organe zuständig sei - nämlich Eurotransplant.

Brysch: "Weder die Patienten noch die Bevölkerung oder die Ärzte, nicht mal die Politik weiß, was dort geschieht." Und weiter: "Die Politik darf nicht Fragen, die verfassungsrechtlich nur Aufgabe des Bundes sein können, privaten Organisationen überlassen."

Diese Intransparenz sei mitverantwortlich, dass so viele Menschen einer Organspende skeptisch gegenüberstehen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sah sich zuletzt heftigen Angriffen ausgesetzt, angestoßen von einer anonymen Mail an das Bundesgesundheitsministerium.

Brysch für permanenten staatliche Aufsicht

Die Rede war von finanziellen Unregelmäßigkeiten, nicht nachvollziehbaren Entscheidungen, Vetternwirtschaft und einem autoritären Führungsstil.

Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde mit einem Gutachten beauftragt, das Ende März hinter verschlossenen Türen im Gesundheitsausschuss des Bundestags besprochen wurde.

Am Freitagabend trat der kaufmännische Vorstand der DSO, Thomas Beck, zurück. Er begründete dies mit "anhaltenden Attacken auf seine Person" trotz des aus seiner Sicht "entlastenden Gutachtens".

Er wolle nicht, dass "durch die anhaltende Diskussion das Thema Organspende Schaden nimmt", sagte Beck.

Der Kern des Problems - die Intransparenz - sei mit dem Rücktritt Becks nicht gelöst, sagte Brysch. Der DSO-Kritiker ist der Ansicht, dass es "eine permanente staatliche Aufsicht auf die Organisation und ihre Verteilungskriterien geben muss".

Dies könne bei der anstehenden Novelle des Transplantationsgesetzes mitgeregelt werden.

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