Versorgung im Heim

Bürger sorgen sich um Pflege-Qualität

Die Vorstellung, im Alter in ein Pflegeheim ziehen zu müssen, macht vielen Menschen in Deutschland Angst: Acht von zehn Bürgern haben dies in einer aktuellen Umfrage bestätigt.

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Der Heimversorgung eilt ein schlechter Ruf voraus: Viele Bundesbürger fürchten im Falle der Pflegebedürftigkeit die stationäre Versorgung, so eine aktuelle Befragung.

Der Heimversorgung eilt ein schlechter Ruf voraus: Viele Bundesbürger fürchten im Falle der Pflegebedürftigkeit die stationäre Versorgung, so eine aktuelle Befragung.

© AndreyPopov / Getty Images / iStock

FRANKFURT/MAIN. Den Schritt in eine stationäre Einrichtung zu ziehen, würden die meisten Bundesbürger offenbar gerne vermeiden. Nur sechs Prozent können sich vorstellen, freiwillig in einer Senioreneinrichtung zu leben, falls sie pflegebedürftig werden. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Bundesbürgern.

Vor allem fürchtet ein Großteil der Befragten den Personalmangel in den Heimen und überforderte Pflegekräfte (73 Prozent). Die Personalknappheit gehe letztlich mit weniger Zeit für die Bewohner und einer schlechteren Qualität der Pflege einher.

"Unsere Befragung zeigt, dass Pflegeheime in Deutschland keinen guten Ruf genießen. Bei den Bürgern in Deutschland ist angekommen, welche Folgen der Personalnotstand hat, der sich durch den demografischen Wandel noch weiter verschärfen wird", sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland in einer Pressemitteilung.

Betreutes Wohnen bevorzugt

Wie möchten Bürger leben, wenn sie ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen können? Aus der Beantwortung dieser Frage geht hervor, dass das betreute Wohnen, in einer eigenen Wohnung, aber mit Anschluss an einen Pflegedienst, die beliebteste Wohnform im Alter zu sein scheint. Diese Form bevorzugten 33 Prozent der Befragten. Viele Menschen möchten auch in den eigenen vier Wänden bleiben und durch einen ambulanten Dienst gepflegt werden (31 Prozent). Die häusliche Pflege durch Familienmitglieder, zum Beispiel die Kinder, können sich 19 Prozent vorstellen.

Mehr Kontrolle gewünscht

Die Befragten äußerten auch konkrete Vorstellungen, wie sich die aktuelle Situation in den Heimen verbessern ließe. Vor allem wünschen sie sich regelmäßige Qualitätskontrollen der Pflegeheime durch externe Stellen (98 Prozent). Diese Art von Transparenz sollte bereits der Pflege-TÜV schaffen, der 2009 eingeführt wurde. "In der Praxis zeigt sich allerdings, dass dieses Bewertungssystem wenig Aussagekraft hat", so Sevilay Huesman-Koecke, Expertin für Gesundheitswesen bei PwC Deutschland. Vielmehr bedürfe es eines kontinuierlichen qualitätsbasierten Austauschs mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern, so dass schnell auf Missstände reagiert werden könne.

97 Prozent der Befragten wünschten sich zudem eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels und ebenso viele befürworteten ein besseres Gehalt für die Pflegekräfte.

Mehr Geld für bessere Leistungen

Dass eine hohe Versorgungsqualität seinen Preis hat, ist den Studienteilnehmern bewusst. Entsprechend wären laut Erhebung 43 Prozent bereit, einen höheren Beitragssatz zur Pflegeversicherung zu leisten. Diese Bereitschaft wachse mit steigendem Nettoeinkommen und liege im Schnitt bei 33 Euro pro Monat, heißt es von PwC. 39 Prozent lehnten eine Erhöhung ab, weil diese für sie nicht finanzierbar wäre; 18 Prozent wären dazu nicht bereit, obwohl sie sich das leisten könnten. (run)

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