Direkt zum Inhaltsbereich

Ärztliche Versorgung

Bürokratiebelastung in Praxen hat leicht zugenommen

Die Bürokratiebelastung der Praxen in Deutschland ist dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr leicht – nämlich um 0,2 Prozent – gestiegen.

Veröffentlicht:
Ein Auslöser für das leichte Plus an Bürokratiebelastung ist offenbar die Verordnung von Krankenfahrten, die um zehn Prozent gestiegen sind.

Ein Auslöser für das leichte Plus an Bürokratiebelastung ist offenbar die Verordnung von Krankenfahrten, die um zehn Prozent gestiegen sind.

© Picture-Factory / Fotolia

BERLIN. Gegenwärtig wenden Niedergelassene 54,16 Millionen Arbeitsstunden im Jahr für administrative Pflichten auf. Das entspricht einem Anstieg von 0,2, Prozent oder ca. 115.000 Arbeitsstunden mehr in Arztpraxen gegenüber 2016, wie aus dem aktuellen Bürokratieindex hervorgeht. Diesen hat die KBV heute zusammen mit der Fachhochschule des Mittelstandes in Berlin präsentiert.

Im Vorjahr konnte die KBV noch einen Abbau der Bürokratie um knapp fünf Prozent melden. Ein Auslöser für die nun wieder leichte Zunahme ist die Verordnung von Krankenfahrten, die um zehn Prozent gestiegen sind, auf nunmehr 51 Millionen Fälle pro Jahr.

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel betonte auf der Pressekonferenz, dass in diesem Jahr zum Beispiel dennoch auch eine deutliche Reduzierung der Bürokratie durch die vereinfachte Chronikerbescheinigung erreicht worden sei. Bürokratieabbau bleibe aber oft "Sisyphusarbeit": Während sie an einer Stelle abgebaut werde, entstünde an anderer eine neue Belastung.

Auf der Grundlage des diesjährigen Bürokratieindex hat die KBV Forderungen für den bundesweiten Bürokratieabbau formuliert. "Unser Ziel von 25 Prozent Bürokratieabbau muss verbindlich per Gesetz verankert werden", betonte Kriedel. Bei einer entsprechenden Reduzierung des administrativen Aufwandes stünden Vertragsärzten und -psychotherapeuten pro Jahr zusätzlich 13 Millionen Stunden für die Versorgung ihrer Patienten zur Verfügung.

Hauptauslöser von Bürokratie in Arztpraxen seien Verordnungen und Kassenanfragen, fasste Dr. Volker Wittberg von der FH des Mittelstands die Ergebnisse zusammen. Für die Bewertung des bürokratischen Arbeitsaufwandes werden generell Vorgaben des GBA und aus dem Bundesmantelvertrag gemessen, nicht die aus Bundesgesetzen. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau