Arzneimittelpolitik

Bundestag drückt Reset-Taste für Nutzenbewertung

BERLIN (HL). Mit der schnellen Nutzenbewertung, die am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden soll, geraten ab 2011 neu auf den Markt kommende Arzneimittel zu großen Teilen unter Preisdruck. Folge kann sein: Innovationen kommen in Deutschland deutlich später auf den Markt.

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Das AMNOG wird verabschiedet - und viele Fragen bleiben.

Das AMNOG wird verabschiedet - und viele Fragen bleiben.

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Die bisherige Kosten-Nutzen-Bewertung, um deren Ausgestaltung seit 2003 gerungen wird, ist damit weitgehend obsolet. Ziel von Union und FDP ist, den deutschen Arzneimarkt für Innovationen offen zu halten und den Unternehmen für maximal ein Jahr Preisfreiheit zu geben - in dieser Zeit aber über eine schnelle Nutzenbewertung für die meisten ab 2011 neuen Arzneimittel Erstattungshöchstgrenzen festzusetzen.

Ausgenommen sind Orphan Drugs mit einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr zu Lasten der GKV. Für alle anderen Neuheiten muss - wenn kein Zusatznutzen ermittelt wurde - ein Festbetrag festgelegt werden. Liegt dagegen ein Zusatznutzen vor, sind Hersteller und GKV-Spitzenverband aufgefordert, einen Erstattungshöchstbetrag zu vereinbaren. Im Streitfall wird dieser vom Schiedsamt festgesetzt.

Für die Hersteller hat das weit reichende Auswirkungen: Sie erwarten ein effektiv stark sinkendes Preisniveau für neue Arzneimittel. Da dies für über 20 andere Länder Referenzfunktion hat, wird die Markteinführung in Deutschland künftig wahrscheinlich später erfolgen. Außerdem, so GSK-Forschungschef Thorsten Strohmeyer, werde schon in früheren Forschungsstadien viel stringenter geprüft werden, ob eine Neuentwicklung das Potenzial für eine Alleinstellung hat.

Lesen Sie dazu auch: AMNOG: "Klar ist: Die Preise rutschen Richtung Süden"

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