Rückruf auch im Ausland

Chinas Impfstoff-Skandal weitet sich aus

Ein Pharmaunternehmen in China hat anscheinend seit Jahren unwirksame Tollwut-Impfstoffe verkauft.

Veröffentlicht: 08.08.2018, 10:35 Uhr
Chinas Impfstoff-Skandal weitet sich aus

Ein kleines Kind weint beim Spritzen in einem Krankenhaus in der nordchinesischen Provinz Hebei: Der Impfstoff-Skanda in China zieht weitere Kreise.

© Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa (Archivbild)

PEKING. Der Impfstoff-Skandal, von dem in China möglicherweise Hunderttausende Kinder betroffen sind, zieht weitere Kreise. Nach Behördenangaben soll die im Mittelpunkt der Ermittlungen stehende Pharmafirma Changchun Changsheng bereits seit April 2014 Daten gefälscht und zum Teil unwirksame und abgelaufenen Tollwut-Impfstoffe in Umlauf gebracht haben.

Eine Rückrufaktion im In- und Ausland wurde eingeleitet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die am Mittwoch auf der Website der Nationalen Gesundheitsbehörde abrufbar war. Daraus ging nicht hervor, in welche anderen Staaten die Firma seine Impfstoffe verkauft hat.

Der Mitte Juli bekanntgewordene Skandal hat in China eine Welle der Empörung ausgelöst. Zunächst wurde bekannt, dass das Unternehmen Papiere über die Produktionsdaten eines Tollwut-Impfstoffes gefälscht haben soll.

Nicht wirksamer Kombi-Wirkstoff

Zudem habe Changsheng im vergangenen Herbst einen unwirksamen Kombi-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP) verkauft hat, der mindestens 200.000 Kleinkindern verabreicht wurde. Gegen 18 Mitarbeiter wurden Haftbefehle beantragt.

Ein anderer Hersteller ist ebenfalls im Visier der Ermittler. So seien in der Provinz Hebei Kindern schadhafte DTP-Impfstoffe des Wuhan Institute of Biological Products injiziert worden.

Skandale mit fehlerhaften Medikamenten oder Nahrungsmitteln haben in China eine starke politische Sprengkraft, besonders, wenn Kinder betroffen sind. Auch gibt es wenig Vertrauen in die Aufsichtsbehörden. Chinas Präsident Xi Jinping hatte nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen eine sofortige Untersuchung und strenge Bestrafung der Verantwortlichen gefordert. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Unwirksame Impfstoffe: Impfstoff-Skandal in China – Impfexperten beruhigen

Mehr zum Thema

SARS-CoV-2-Pandemie

Spaniens politische Einheit im Corona-Kampf bröckelt

Ausnahmen für den EU-Grenzverkehr

EU will freie Fahrt für helfende Berufe

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Kabinett beschließt Regeln für die Patientenakte

Patientendaten-Gesetz

Kabinett beschließt Regeln für die Patientenakte

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden