Nach dem Start am Sonntag

Corona-Impfkampagne nimmt Tempo auf – nach ersten Hürden

Halberstadt war das gallische Dorf: Dort gab der Impfzentrum-Leiter schon am 26. Dezember grünes Licht für die ersten Impfungen in Heimen. Seit Sonntag wird landesweit überall geimpft – vor allem in Senioreneinrichtungen.

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Die 101 Jahre alte Heimbewohnerin Edith Kwoizalla aus Halberstadt war am 26. Dezember der erste in Deutschland gegen das Corona-Virus geimpfte Mensch.

Die 101 Jahre alte Heimbewohnerin Edith Kwoizalla aus Halberstadt war am 26. Dezember der erste in Deutschland gegen das Corona-Virus geimpfte Mensch.

© dpa

Halberstadt/Neu-Isenburg. Die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla ist am 26. Dezember als erster Mensch in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden.

Bei Corona zähle jeder Tag, meinte Immo Kramer, technischer Leiter des Impfzentrums Landkreis Harz. Er hat angeordnet, die Injektion bereits am Tag vor dem offiziellen Impfstart zu verabreichen. Das geschah in einem Halberstädter Seniorenheim.

Das hat sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als auch Sachsen-Anhalts Landesregierung überrascht. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hatten sich erst für den Tag darauf, den 27. Dezember, zum Auftakt der Impfkampagne in einem Dessauer Altenheim verabredet. Es sei nicht rechtens, den Impfstoff nur wegen anberaumter Pressekonferenzen zurückzuhalten, meinte dazu Kramer.

NRW erwartet weitere Impfstoff-Lieferungen

Im Halberstädter Seniorenzentrum sind zunächst 50 Menschen geimpft worden. Insgesamt hatte der Landkreis Harz 195 Ampullen mit dem Impfstoff erhalten. 69 Ampullen für 345 Impfungen gehen in Kliniken für das medizinische Personal, die übrigen sind für Bewohner in Alten- und Pflegeheimen bestimmt, in die mobile Impfteams fahren. Das sehe der Impfplan bis Januar vor.

Unterdessen hat die Impfkampagne Fahrt aufgenommen: In Nordrhein-Westfalen wurden noch am Montag rund 132.000 Impfdosen erwartet. Bis Jahresende sollen es insgesamt etwa 270.000 sein.

Noch am Sonntag haben mobile Impfteams nach Angaben der KVen in Nordrhein und Westfalen mehr als 80 Einrichtungen in NRW aufgesucht und rund 9500 Personen geimpft. Dazu hätten Bewohner und Pflegekräfte gezählt, heißt es in einer Mitteilung.

Terminbuchung über die Nummer 116 117 möglich

In Baden-Württemberg werden 10.000 Impfdosen erwartet. Ab sofort könnten über die Impftermin-Servicehotline des Landes, die über die Rufnummer 116117 zu erreichen ist, Termine gebucht werden. Dies gilt nach Angaben des Landessozialministeriums zunächst für die Zentralen Impfzentren (ZIZ) im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus, Klinikum Stuttgart (Standort Liederhalle), Rot am See, Heidelberg, Mannheim und Freiburg.

Es sei damit zu rechnen, dass die angebotenen Termine wegen der begrenzten Verfügbarkeit schnell vergeben sein werden.

In Bayern hat es in Oberfranken zum Start der Impfaktion Probleme mit der Kühlkette bei insgesamt 1000 Dosen gegeben. Das Landratsamts Lichtenfels entschied sich am Montag, die Dosen im Depot zu belassen. Die eigentlich geplanten Impfungen in Seniorenheimen werden nun um einen Tag verschoben. Im Freistaat stehen die 99 Impfzentren bereit, um täglich bis zu 30.000 Menschen zu impfen, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

Hamburg hofft auf mehr als 10.000 Geimpfte bis Jahresende

Auch in Schleswig-Holstein nimmt die Impfkampagne Tempo auf. Für Montag wurde das Eintreffen von rund 14.000 Impfdosen erwartet, am 30. Dezember sollen nochmals weitere 24.000 Impfdosen folgen. In Pflegeheimen in Lübeck, das vergleichsweise hohe Infektionszahlen verzeichnet, sowie in einzelnen Kliniken hatte die Kampagne am Sonntag begonnen.

In Hamburg hat Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) die Hoffnung geäußert, dass bis zum Jahresende über 10.000 Menschen in der Hansestadt geimpft werden könnten. (zie/fst/dpa)

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