Direkt zum Inhaltsbereich

Trippelschritte Richtung Normalität

Coronamodus bleibt dem Land weiter erhalten

Oberste Staatsräson bleibt Vorsicht. Kanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder lockern die Zügel nur leicht. Am 30. April wird weiter beraten.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Ministertreffen mit der Kanzlerin: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich per Video zur Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU,Bildschirm links) zugeschaltet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war indes vor Ort in Berlin.

Ministertreffen mit der Kanzlerin: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich per Video zur Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU,Bildschirm links) zugeschaltet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war indes vor Ort in Berlin.

© Robert Michael / dpa

Berlin. Die Einschränkungen des Wirtschaftslebens werden ab der kommenden Woche schrittweise aufgehoben. Ab dem 20. April sollen Einzelhandelsgeschäfte bis zu 800 Quadratmetern unabhängig vom Sortiment wieder geöffnet werden können. Auch Buchhändler und Autohäuser können unabhängig von der Größe ihre Geschäfte wieder aufnehmen.

Der Schulbetrieb soll ab dem 4. Mai zunächst mit den Abschlussklassen wieder aufgenommen werden. Grundschulen mit Ausnahmen für die 4. Klassen und Kitas sollen aber bis auf weiteres geschlossen bleiben. Bund und Länder haben sich damit klar gegen den Vorschlag der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ausgesprochen. Die Wissenschaftler hatten in dieser Woche für eine Öffnung der Schulen beginnend mit den Jüngsten plädiert. Die Kultusministerkonferenz soll bis 29. April dazu weitere Beschlüsse fassen. Beobachter schließen nicht aus, dass es in den Ländern auch zu Einzellösungen und unterschiedlichen Öffnungsszenarien kommen könne.

Restaurants und Kneipen bleiben zu

Am 4. Mai sollen auch die Friseure wieder öffnen können, allerdings mit strengen Schutzauflagen. Für die Gastronomie und die Kultur gibt es noch keine Öffnungstermine. Großveranstaltungen sollen bis 31. August untersagt bleiben.

Diese Punkte hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwochabend nach mehrstündigen Gesprächen mit den Regierungschefs der Länder angekündigt. Weitergelten solle das Abstandsgebot und die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit. Für den Öffentlichen Personennahverkehr und den Aufenthalt in Geschäften werde das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken „dringend empfohlen“, sagte Merkel. Am 30. April wollen Bund Länder weitere Phasen der Öffnung des Alltagslebens in den Blick nehmen, sagte die Kanzlerin.

„Zerbrechlicher Zwischenerfolg“

Die Kanzlerin wandte sich eingangs ihrer Ansprache ausdrücklich an Ärzte und Pflegekräfte. „Sie leisten Enormes“, sagte die Kanzlerin. Das Personal in den Krankenhäusern habe es geschafft, dass das Gesundheitssystem durch die Herausforderungen der Coronakrise nicht überfordert worden sei. Das sei allerdings ein „zerbrechlicher Zwischenerfolg“, der durch eine zu schnelle Lockerung der Einschränkungen des Alltags nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Ohne einen Impfstoff und Therapien gegen das neue Coronavirus müsse das Land weiter mit dem Virus leben. Deutschland werde „Geld in die Hand nehmen“, um die Forschung an dieser Stelle voranzutreiben, sagte Merkel.

Mit keinem Wort ging die Kanzlerin auf die am Mittwoch erhobenen Forderungen der Deutsche Krankenhausgesellschaft ein, den Kliniken die Rückkehr in den Normalbetrieb zu ermöglichen.

Söder: Bayern bleibt vorsichtig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte an, dass er die Lockerungen in Bayern deutlich vorsichtiger angehen werde. Das Land sei stärker betroffen als der Norden. Die größte Gefahr sei der Rückschlag, das heißt, steigende Infektionszahlen nach einer Lockerung der Alltagsbeschränkungen, warnte Söder.

„Oberstes Ziel aller Maßnahmen ist, die Gesundheit der Menschen zu schützen und Menschenleben zu retten“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Beide Regierungschefs waren persönlich im Kanzleramt. Die anderen Regierungschefs waren per Video zugeschaltet.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

BÄK-Dialogforum junge Ärztinnen und Ärzte

Wie wird die Kammerarbeit für junge Ärzte wieder attraktiv?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautkrebs

Wie sich das Bräunen im Solarium auf das Melanom-Risiko auswirkt

Lesetipps
Grafik eines übergewichtigen Menschen und einem EKG

© Dr_Microbe/stock.adobe.com

Kardiometabolische Erkrankungen

Adipositas und Vorhofflimmern: Besteht ein direkter Zusammenhang?

Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?