Drogenkonsum in Europa

Crystal Meth breitet sich aus

Heroin spielt für Drogenkonsumenten in Europa eine geringere Rolle als früher. Immer beliebter werden offenbar synthetische Drogen wie Crystal Meth. Das zeigt der "Europäische Drogenbericht 2014".

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Zwei Hände voll Crystal Meth.

Zwei Hände voll Crystal Meth.

© Arno Burgi

LISSABON. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) hat ihren Jahresbericht 2014 zum Drogenkonsum in Europa herausgegeben.

Die Autoren stellen fest, dass der Heroinkonsum in Europa weiter rückläufig ist. Auch habe es weniger Behandlungsfälle nach Heroinkonsum gegeben. "Teilweise dürfte dies darauf zurückzuführen sein, dass Heroin durch andere Substanzen abgelöst wird, unter anderem durch synthetische Opioide und Stimulanzien", heißt es in dem "Europäischen Drogenbericht 2014".

Schätzungen zufolge haben im Jahr 2012 rund 1,3 Millionen Menschen Heroin und andere Opiate konsumiert. Etwa 734.000 Menschen befänden sich europaweit in einer Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin.

Deutschland habe im europäischen Vergleich die meisten Patienten in der Opioid-Substitutionstherapie - etwa jeder zweite Heroinabhängige werde erreicht.

"Hier steht Deutschland im europäischen Vergleich mit seinen Angeboten bei der Behandlung von Opiatabhängigen gut da", kommentiert Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die Ergebnisse in einer Mitteilung.

"Gleichwohl gilt es, die Rahmenbedingungen der Substitutionsbehandlung weiter zu verbessern. Hierfür werde ich mich starkmachen, damit die erforderlichen Angebote auch allen Opiatabhängigen zur Verfügung stehen".

Cannabiskonsum bei jungen Menschen etwas rückläufig

Der Cannabiskonsum sei insgesamt in Europa etwas rückläufig, vor allem bei jüngeren Altersgruppen, ist in dem EBDD-Report zu lesen. Allerdings gebe es einzelne Länder, in denen der Konsum stark gestiegen sei.

Zudem registrierten einige Staaten wie Deutschland immer mehr Menschen, die sich wegen ihres häufigen Cannabiskonsums in eine Erstbehandlung begeben, berichtet Mortler. Deshalb sei sie weiterhin strikt gegen die Forderung, Cannabis zu legalisieren.

Sorgen bereiten den Studienautoren und der Drogenbeauftragten die Entwicklungen bei den synthetischen Drogen - allen voran Methamphetamine wie Crystal Meth, die sich von der Tschechischen Republik und der Slowakei aus in Europa ausbreiten.

"Noch ist der Konsum von Crystal Meth in Europa auf wenige Regionen beschränkt, in Deutschland ist dies die Grenzregion zu Tschechien", so Marlene Mortler. "Wir müssen alles tun, dass sich die Verbreitung nicht ausweitet." (ths)

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