Berlin

Czaja sieht Regelungslücke bei Pflege-WGs

Wohngemeinschaften könnten bei der Pflege in Zukunft eine große Rolle spielen, meint Berlins Gesundheitssenator.

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BERLIN. Eigene Qualitätsvorgaben für Pflege-WGs fordert der Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja (CDU). "Unser Wunsch ist, dass der Bund versteht, es gibt eine neue Form der Pflege, und das ist die WG", sagte er bei der Vorstellung des aktuellen Landespflegeplans für Berlin.

In der Bundespolitik werden WGs Czaja zufolge oft mit Heimen gleichgesetzt. Würde man sie jedoch in Berlin dem Heimgesetz unterstellen, "wäre die klassische Altbau-Pflege-WG kaputt", sagte Czaja mit Blick auf die baurechtlichen Vorgaben. Eine systematische Kontrolle der WG durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) findet aber auch nicht statt, weil der MDK nur die Pflege einzelner Bewohner prüft.

Wo es möglich war, habe Berlin Qualitätskriterien für die Pflegewohngemeinschaften eingeführt. So werde nun etwa erfasst, wann Pflegefachkräfte in der WG tätig seien. Der Senator sieht jedoch Regelungslücken in Bundesgesetzen. Verschiedene Bundesratsinitiativen auf diesem Feld seien aber bisher auf Ablehnung des Bundes gestoßen.

Inzwischen gibt es in Berlin rund 600 Pflege-WGs mit etwa 4500 Plätzen. Das geht aus dem Landespflegeplan hervor. Der Plan gibt einen Überblick über die gesamte pflegerische Versorgung in der Hauptstadt und zeigt Entwicklungstendenzen auf.

Positiv überrascht zeigte sich Czaja davon, dass der Anteil der Angehörigen in der Pflege entgegen vielen Expertenprognosen nicht zurückgegangen ist. Immer noch werden 51 Prozent der pflegebedürftigen Berliner daheim ausschließlich von ihren Angehörigen versorgt, jeweils rund ein Viertel wird durch einen Pflegedienst oder in einem Heim betreut. "Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst in unserer Stadt", so Czaja.

Ein Masterplan sieht daher verschiedene Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige vor. Unter anderem wurden eine Fachstelle und mehr Pflegestützpunkte eingerichtet. Verbessert hat sich Czaja zufolge auch die ärztliche Versorgung in den Pflegeheimen. "Die Anreize, die die Krankenkassen dafür schaffen, greifen", sagte er. (ami)

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