Kommentar zu Hepatitis

Das Bewusstsein stärken

In Frankreich gibt es bereits vom Staat geförderte Aktionspläne, die das Bewusstsein für Hepatitis stärken sollen. Deutschland hinkt hier noch hinterher. Betroffenen-Verbände haben darauf jetzt reagiert.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht: 26.07.2013, 17:13 Uhr

Hepatitis ist eine tückische Virusinfektion: Die Betroffenen merken lange nichts von ihrer Erkrankung, mit verheerenden Folgen - sowohl für den Einzelnen als auch für die gesetzlichen Krankenkassen.

Denn die Behandlung der Folgeerkrankungen einer chronischen Hepatitis wie eine Leberzirrhose oder Leberzellkrebs belasten die Kassen um ein Vielfaches. Genaue Zahlen liegen dazu laut GKV-Spitzvenverband nicht vor.

Experten sind sich jedoch sicher, dass diese Beträge weitaus höher sind als die Kosten für Prävention.

Betroffenen-Verbände haben jetzt reagiert: Sie wollen das Bewusstsein für die gefährliche Viruserkrankung stärken. Ein Aktionsplan soll helfen, dass die Infektion schneller identifiziert werden kann.

Zudem sollen alle Menschen mit einer Hepatitis-Infektion möglichst schnell Zugang zu einer leitliniengerechten Behandlung erhalten. Die Idee dahinter ist gut: Entsprechende Präventionsmaßnahmen - vor allem in den Zielgruppen - Menschen mit Migrationshintergrund, Häftlinge oder Drogenabhängige - könnten langfristig Leid verhindern und Kosten senken.

In Frankreich gibt es laut Experten bereits einen solchen vom Staat geförderten Aktionsplan. Deutschland hinkt hier bislang hinterher.

Angesichts der Zahlen sollte es für Deutschland jedoch eine ähnliche Initiative geben: Schließlich leben hier etwa 500.000 Menschen, die mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, fast genauso viele tragen das Hepatitis-C-Virus in sich.

Ein Drittel der Hepatitis-C-Infizierten sind Migranten, bei Hepatitis B ist es sogar die Hälfte. Der Aktionsplan der Betroffenen-Verbände soll nun dem Bundesgesundheitsministerium vorgestellt werden.

Dieses beruft sich allerdings lediglich auf bestehende Initiativen. Immerhin haben Vertreter des Ministeriums Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ein erster wichtiger Schritt.

Lesen Sie dazu auch: Hepatitis: Ein unterschätztes Problem

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