Landtagsdebatte in Schwerin

Das Drug-Checking-Mobil polarisiert die Politik im Nordosten

Sinnvolle Prävention oder gefährliche Verharmlosung? Die Meinungen über das Drug-Checking-Mobil in Mecklenburg-Vorpommern gehen weit auseinander. Eine Diskussion im Schweriner Landtag zeigte, wie weit die Parteien bei diesem Projekt auseinander sind.

Veröffentlicht:

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) hat im Landtag die Drogenpolitik im Nordosten verteidigt und für mehr Prävention geworben. Ein CDU-Antrag, der u.a. auf die Abschaffung des Drug-Checking-Mobils abzielte, scheiterte an den Stimmen der Regierungskoalition aus SPD und Linken.

"Die Drogenpolitik der letzten Jahrzehnte ist gescheitert. Es kann deshalb kein ‚weiter so‘ geben. Wir müssen Präventionsprojekte stärken und neue Wege gehen, um Drogenmissbrauch wirksam zu bekämpfen", stellte Drese in der Debatte klar. Sie verwies auf die steigende Zahl an Drogenkonsumenten und Opfern illegaler Drogen.

Lesen sie auch

In ihrer Amtszeit wurde deshalb, ein Drug-Checking-Modellprojekt eingeführt. Ziel ist Aufklärung von Menschen auf Festivals oder in Diskotheken. Zugleich kann eine Analyse der mitgeführten Substanzen vorgenommen werden, um lebensbedrohliche Dosierungen oder Verunreinigungen auszuschließen. Drug-Checking suggeriert aus ihrer Sicht nicht, dass der Konsum von synthetischen Drogen ungefährlich sei.

"Gütesiegel" des Staates für Drogen?

Das sieht die CDU im Land anders. Die gesundheitspolitische Sprecherin Katy Hoffmeister nennt den Drug-Checking-Ansatz eine "fatale und gefährliche Verharmlosung". Für sie ist es paradox, dass Drogen, die nicht konsumiert werden dürfen, im Rahmen staatlich unterstützter Projekte getestet werden. "Durch die Reinheitstests gibt der Staat den kriminellen Netzwerken de facto ein Gütesiegel für ihre Produkte", so Hoffmeister.

Lesen sie auch

Sie gab zu bedenken, dass die Bundesregelung, auf deren Basis Mecklenburg-Vorpommern das Drug-Checking anbietet, für besonders gefährdete Konsumenten in Notlagen gedacht sei. Dies betreffe etwa schwerstabhängige und obdachlose Menschen in urbanen Brennpunkten. Ziel dieser Regelung sei es nicht gewesen, den "Konsum in der Partyszene zu legitimieren oder zu normalisieren." Die von ihrer Fraktion geforderte "Kehrtwende in der Drogen- und Suchtpolitik des Landes" lehnte der Landtag ab. (di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

GOÄneu: Jetzt muss Frau Warken auch liefern

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

© Springer Medizin Verlag GmbH

Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hexal AG, Holzkirchen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Lesetipps