Kommentar

Der Preis bestimmt die Auswahl

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Mit den Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich ist die bewährte Versorgung für viele Betroffene Vergangenheit. Stattdessen bekommen sie mal ein falsches, mal ein qualitativ minderwertiges Produkt geliefert. Hinzu kommt, dass sie ihre vertrauten Ansprechpartner verlieren. Nicht mehr die Berater in den Sanitätshäusern um die Ecke, sondern die Sachbearbeiter bei den Kassen sind plötzlich die Experten. Laut Gesetz müssen die Kassen ausschreiben - und damit den Zuschlag an die oft preisgünstigeren großen überregionalen Anbieter vergeben. Preisdruck erzeugt Standardisierung.

Dabei sind gerade die Empfänger von Hilfsmitteln auf persönliche Beratung und manchmal auf individuelle Anfertigungen angewiesen. Dies ist mit der Ausschreibung deutlich erschwert worden.

Die Verantwortung dafür trägt der Gesetzgeber. Wie schon bei den Rabattverträgen für Arzneimittel hat der nur die Kostendämpfung im Blick. Ob dieses Ziel erreicht wird, ist fraglich. Denn wo schlechtere Qualität zu Folgeproblemen führt, entstehen schnell neue Kosten. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene und Selbsthilfeverbände wie in Mecklenburg-Vorpommern den Ball zurückspielen und das Thema über den Petitionsausschuss in die politische Diskussion bringen.

Lesen Sie dazu auch: Kritik an Qualität bei Hilfsmitteln wird lauter

Mehr zum Thema

3+1-Gremien

Plan für mehr Versorgung aus einem Guss

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Eine Ärztin bekommt in einem Pop-Up-Impf-Ort ihre Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech von einem Medizinstudenten verabreicht. Das Impfteam bietet im alten Gebäude der früheren Uniapotheke Impfungen mit vorheriger Online-Terminvereinbarung an.

© Marijan Murat / dpa

Forderungen nach Kontaktreduktion

Heil: Corona-Impfpflicht in Kliniken und Pflege schon Weihnachten

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel