Kommentar

Der Staat, der klamme Reformer

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Die Hiobsbotschaft kommt offiziell erst am Donnerstag: Wenn die Steuerschätzer von Bund, Ländern und Gemeinden dann ihre Einnahmeprognose vorlegen, können die Parteien ihre Programme für die Bundestagswahl einstampfen.

So viel ist schon bekannt: Das Defizit im laufenden Bundeshaushalt dürfte auf 60 Milliarden Euro steigen, bisher sind es 37 Milliarden Euro. Nimmt man die Hilfen für das Konjunkturpaket und den Banken-Rettungsfonds hinzu, könnten es sogar 154 Milliarden Euro sein. Die Steuerausfälle belaufen sich 2009 vermutlich auf bis zu 50 Milliarden Euro, die Gesamtverschuldung des Staates nähert sich der Zwei-Billionen-Marke.

Liest man vor diesem Hintergrund die gesundheitspolitischen Passagen in den Wahlprogrammen der Parteien, so wähnt man sich in einer anderen Welt. Mal sollen Praxisgebühr und Eigenbeteiligungen für Patienten gekippt werden, mal wird ein Prämienkonzept bemüht, dessen Kosten für die Unterstützung von Menschen mit geringem Einkommen im Nebel bleiben. Immer gilt: Wo ein Finanzierungsdelta ist, soll der Staat es richten. Doch wer auf stetig wachsende Steuerfinanzierung des Gesundheitswesens baut, wird angesichts der maroden Staatsfinanzen eines Tages feststellen, dass er auf Sand gebaut hat.

Lesen Sie dazu auch: Steuerausfälle von bis zu 350 Milliarden Euro

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Glaskuppel zu Wartezeiten in Arztpraxen: Ultimative Fragen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps