Zentrum geplant

Deutsche Krebshilfe investiert in Präventionsforschung

Der Präventionsforschung will die Deutsche Krebshilfe in den kommenden Jahren deutlich mehr Stellenwert einräumen. So soll in Heidelberg ein Krebs-Präventionszentrum aufgebaut werden.

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Die Deutsche Krebshilfe kümmert sich auch um die Aufklärung zu Krebs-Risikofaktoren, etwa das Rauchen.

Die Deutsche Krebshilfe kümmert sich auch um die Aufklärung zu Krebs-Risikofaktoren, etwa das Rauchen.

© runzelkorn / stock.adobe.com

BONN. Das Thema Krebsprävention steht in den kommenden Jahren ganz oben auf der Agenda der Deutschen Krebshilfe. Das kündigte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Krebshilfe Gerd Nettekoven bei der Verleihung des Deutschen Krebshilfe Preises 2018 an den Palliativmediziner Professor Eberhard Klaschik in Bonn an.

Ein besonderer Stellenwert komme dabei der „in unserem Land deutlich unterrepräsentierten, aber dringend notwendigen Präventionsforschung“ zu.

„Kurz vor den letzten Weihnachtstagen haben wir beschlossen, gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum ein Krebs-Präventionszentrum in Heidelberg aufzubauen“, berichtete er. Die Mittel für den Bau des Gebäudes habe man bereitgestellt. Anfang dieses Jahres hat die Deutsche Krebshilfe neben ihren bisherigen sechs Ausschüssen einen neuen Fachausschuss „Primärprävention“ eingerichtet.

Prävention: Über Risiken aufgeklärt

Auch in der Vergangenheit war die Deutsche Krebshilfe schon in der Prävention aktiv. „Ein Schwerpunkt unserer Informations- und Aufklärungsarbeit war auch im letzten Jahr, das Bewusstsein für Krebsrisikofaktoren wie etwa Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder UV-Strahlung zu schärfen.“

Dem Thema Bewegung und Sport als Mittel der Krebsprävention widmet sie seit Längerem ihre Aufmerksamkeit.

Das Jahr 2018 sei für die Organisation sehr erfolgreich gewesen, berichtete der Vorstandschef. Mit Einnahmen von 136 Millionen Euro seien die Planungen weit übertroffen worden. Spenden sowie Erlöse aus Erbschaften und Vermächtnissen hätten es der Deutschen Krebshilfe ermöglicht, erneut wichtige Akzente in der Krebsbekämpfung zu setzen, beispielsweise in der Krebsforschung.

Nettekoven verwies darauf, dass im vergangenen Jahr der Startschuss für den Aufbau der „Mildred-Scheel-Nachwuchszentren“ an fünf universitären Standorten gefallen ist. Dort soll der wissenschaftliche Nachwuchs Modelle erarbeiten, um die Krebsforschung in Deutschland zukunftsfähig zu halten. „Mit diesem Förderprogramm haben wir ein deutliches Signal auch an die Politik ausgesendet, die gefordert ist, die Modelle und Erkenntnisse flächendeckend umzusetzen.“

Haus für krebskranke Kinder in Jena

2018 habe sich die Deutsche Krebshilfe weiter für die Bekämpfung von Krebskrankheiten im Kindesalter eingesetzt. Nettekoven nannte die weitere Förderung von Therapieoptimierungsstudien oder den Bau eines Familienhauses für krebskranke Kinder in Jena.

Die Organisation brauche auch weiter die Unterstützung durch Spender, aber auch durch Ärzte, Wissenschaftler und Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen, die sich ehrenamtlich in den Gremien der Deutschen Krebshilfe engagieren, betonte er. Die Herausforderungen seien nach wie vor groß. „Themen wie Langzeitüberlebende nach Krebs, Krebs und Armut oder die ethische Verantwortung in der modernen Krebsmedizin werden uns in Zukunft beschäftigen.“

Zudem müsse es ein Anliegen sein, dass allen Patienten Innovationen aus der Forschung schnell zugänglich werden. Nettekoven: „Hier läuft einiges noch nicht so rund, wie wir uns das vorstellen, hier brauchen wir ein gutes System.“

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