Stiftung Deutsche Krebshilfe

Krebshilfe-Preis für Palliativmediziner

Stiftung würdigt Professor Eberhard Klaschik für seinen jahrelangen beharrlichen Einsatz und seine Vision für die Palliativmedizin in Deutschland.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Professor Eberhard Klaschik (links) erhält im Alten Rathaus in Bonn die Urkunde zum Deutschen Krebshilfe Preis 2018 von Dr. Fritz Pleitgen, dem Präsidenten der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Professor Eberhard Klaschik (links) erhält im Alten Rathaus in Bonn die Urkunde zum Deutschen Krebshilfe Preis 2018 von Dr. Fritz Pleitgen, dem Präsidenten der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

© (c) Ilse Schlingensiepen

BONN. Mit Blick auf den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen in Deutschland gibt es keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen, glaubt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

In diesem Bereich sei zwar schon viel erreicht worden, viele Menschen hätten sich engagiert, sagte Nettekoven bei der Verleihung des Deutschen Krebshilfepreises 2018 in Bonn.

„Aber wir sind noch nicht so weit, dass wir die Palliativmedizin in der Fläche zur Anwendung bringen.“ Daran ändere auch die wichtige Arbeit der zertifizierten Krebszentren nichts. „Wir alle sind gefordert“, betonte Nettekoven.

Der Deutsche Krebshilfe Preis wird seit 1996 jährlich verliehen. Die Auszeichnung für das Jahr 2018 ging an Professor Eberhard Klaschik.

Der 74-Jährige war unter anderem Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn, dem ersten seiner Art in Deutschland, und ehemaliger Leiter des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser-Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg. Er war 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und von 1998 bis 2006 ihr Präsident.

„Eine Flut von Anträgen“

Klaschik habe seit den 90er Jahren eine Flut von Anträgen an die Deutsche Krebshilfe gestellt – „manchmal auch penetrant“ – berichtete Nettekoven. „Das zeigt, wie engagiert und intensiv Sie die Palliativmedizin in unserem Land vorangetragen haben.“

Der Arzt habe sich mit bewundernswerter Beharrlichkeit und vor allem mit einer Vision für die Palliativmedizin in Deutschland stark gemacht, sagte auch Professor Friedemann Nauck, Direktor der Klinik für Palliativmedizin an der Uniklinik Göttingen, in seiner Laudatio. „Sie haben früh gespürt, dass die Hochleistungsmedizin immer wieder an Grenzen stößt.“

Klaschik habe verstanden, dass die ärztliche Kunst mehr bedeutet als nur medizinisches Fachwissen, sagte er. Voraussetzung sei eine Grundhaltung, die das Gegenüber respektiert. „Diese Haltung haben Sie vorgelebt, vermittelt und damit überzeugt.“

Versorgung nur im Team

Klaschik habe immer in der Überzeugung gehandelt, dass die palliativmedizinische Versorgung nur im multidisziplinären Team möglich ist.

Der Aufbau neuer Versorgungsstrukturen habe ihm viel Geduld und Ausdauer abverlangt. Der Einsatz für die Palliativmedizin sei nicht immer leicht gewesen, betonte Nauck. „Widerstand kam von vielen Seiten.“

Ablehnung, Ignoranz und Gleichgültigkeit seien häufig so immens gewesen, dass er enttäuscht, entmutigt und wütend nach Hause gegangen sei, bestätigte der Preisträger.

Zum Glück habe seine Frau ihn immer wieder ermutigt, weiterzumachen und nicht aufzugeben. An der Auszeichnung durch die Deutsche Krebshilfe freut Klaschik eines ganz besonders: „Die Palliativmedizin ist inzwischen preiswürdig geworden.“

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