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aha

Diabetes-Patienten sollen früher entdeckt werden

Ein Pilot-Projekt hat sich in Schleswig-Holstein zum landesweiten Vertrag gemausert. Mit dem "aha-Programm" von der KV und mehreren Kassen sollen Ärzte Risikopatienten für Diabetes möglichst früh erkennen und behandeln.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Messen des Bauchumfangs: Bei Teilnehmern eines Pilot-Projekts in Schleswig-Holstein reduzierten sich Taillenumfang und Gewicht.

Messen des Bauchumfangs: Bei Teilnehmern eines Pilot-Projekts in Schleswig-Holstein reduzierten sich Taillenumfang und Gewicht.

© Africa Studios/Fotolia.com

SCHLESWIG. "Ab heute anders" (aha) lautet das Motto für bis zu 10.600 Versicherte im Norden, die von ihren Ärzten als Risikopatienten für Diabetes identifiziert werden und an einem landesweiten Vertrag teilnehmen. Ziel ist es, Diabetes zu erkennen und zu behandeln.

Entstanden ist das Programm durch die Eigeninitiative eines Internisten im Praxisnetz Schleswig, das ein mehrjähriges Pilotprojekt erfolgreich umsetzte. Jetzt mündet das Modell in einem landesweiten Vertrag, der einschreibenden Ärzten extrabudgetäres Honorar beschert.

Vertragspartner für das Anfang Juli gestartete "aha"-Programm sind die KV Schleswig-Holstein, die AOK Nordwest, die Barmer GEK und die DAK Gesundheit. Initiator Dr. Carsten Petersen aus Schleswig ist zusammen mit Diabetes-Experte Professor Morten Schütt aus der Universitätsklinik Schleswig-Holstein Studienleiter.

Das ärztlich geführte aha-Büro in Schleswig übernimmt die komplette Abwicklung. Die Leistungen rechnen Ärzte über die Quartalsabrechnung der KV ab: Pseudoziffer GOP 99270A bis 99270F.

Mit Fragebogen Risiko abschätzen

Einschreiben können sich Ärzte, die von der KV die Genehmigung zur Teilnahme am DMP Diabetes mellitus Typ 2 erhalten haben. Sie können erwachsene Patienten auf eine Teilnahme ansprechen, die aufgrund der Familienanamnese, wegen erkennbarer abdomineller Adipositas oder wegen eines bewegungsarmen Lebensstils ein erhöhtes Risiko aufweisen.

Wenn die Patienten ihr Einverständnis geben, müssen sie standardisierte Fragen (Findrisk-Bogen) beantworten, deren Auswertung durch das Projektbüro das individuelle Risiko besser einschätzen hilft.

Für Patienten mit einem Score von mindestens sieben oder einem BMI von mindestens 30 erhält der Arzt eine Dokumentationsmappe und ein aha-Startset. Beim nächsten Praxisbesuch kann der Arzt mit Besprechung der Ergebnisse, möglichen Interventionsmaßnahmen zur Lebensstiländerung und Zielvereinbarungen beginnen.

Nach drei, neun und 15 Monaten sind Besprechungen und Messungen in der Praxis vorgesehen. Nach sechzehn Monaten ist das Programm für die Teilnehmer beendet.

HbA1c-Wert ist gesunken

Die Dokumentationen wertet das Berliner Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) aus. Es untersucht Veränderungen beim HbA1c-Wert, Taillenumfang, Gewicht und bei der Lebensqualität. Zuvor hatte das Pilot-Projekt ermutigende Ergebnisse erzielt und war 2012 für den MSD-Gesundheitspreis für vorbildliche Gesundheitsprojekte nominiert.

Das Unternehmen unterstützt auch das aktuelle Programm. Für das Modell hatten die Praxen damals 688 Patienten gewinnen können, die den Risikotest in der Praxis wahrnahmen. Unter ihnen wurden 47 Patienten identifiziert, die nichts von ihrer Diabetes-Erkrankung wussten.

Im Ein-Jahresverlauf zeigten sich gesenkte HbA1c-Werte, Gewichtsreduktion und geringerer Taillenumfang bei den Teilnehmern. Dies war für die Initiatoren ein wichtiger Hinweis, dass die gezielte Ansprache in Praxen ein geeigneter Zugangsweg zu Personen mit metabolischem Risikoprofil sein kann.

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