Berufspolitik

"Die Hausärzte sind der letzte Schutzwall"

BERLIN (ble). Die bundesweit etwa 120 000 niedergelassenen Haus- und Fachärzte sind nach Ansicht der Buchautorin Renate Hartwig der "letzte Schutzwall" gegen eine Invasion von Gesundheitskonzernen wie dem US-amerikanischen Unternehmen Kaiser Permanente.

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In- und ausländische Investoren stünden bereits in den Startlöchern, während sich der Staat aus Kostengesichtspunkten aus dem Gesundheitswesen herausstehle, sagte sie gestern in Berlin bei der Vorstellung ihres Buches "Der verkaufte Patient. Wie Ärzte und Patienten von der Gesundheitspolitik betrogen werden".

So habe etwa der Chef der Rhön-Kliniken, Wolfgang Pföhler, erst kürzlich offen davon gesprochen, die Rolle der niedergelassenen Ärzte übernehmen zu wollen: "Wir wollen da hin, wo jetzt noch 130 000 freie, niedergelassene Ärzte sitzen", zitiert Hartwig den Konzernchef Pföhler in ihrem Buch.

In ihrem Rundumschlag gegen die von ihr konstatierten Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre sparte die Sachbuchautorin auch nicht mit Kritik an den Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese seien überflüssig "wie ein Blinddarm" und fräßen "nur Geld". Es gebe zudem keine Kontrolle über die Gelder, die die Kassen an die KVen zahlten, so die ehemalige Scientology-Kritikerin. Hartwig forderte die niedergelassenen Ärzte auf, lieber direkt mit den Krankenkassen zu verhandeln.

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