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Kommentar

Die Leseunlust der MVZ-Betreiber

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

Dinge passieren, die gibt es eigentlich gar nicht. Die Union wettert im Wahlkampf gegen Medizinische Versorgungszentren. MVZ sind eine Idee der Sozis. Da lässt sich besonders in bayerischen Bierzelten gut gegen polemisieren. Getreu dem Drängen aus Bayern hat die Union auch in ihr Wahlprogramm aufgenommen, dass die Trägerschaft von MVZ eingeschränkt werden soll - Kliniken wären danach nicht mehr erlaubt.Wenn die Union also zusammen mit der FDP die nächste Bundesregierung stellen sollte, könnte es vielen MVZ an den Kragen gehen.

Und was machen die MVZ-Leiter in dieser Situation? Sie setzen ihre größten Wahlhoffnungen auf Schwarz-Gelb. Von Rot-Grün erwarten die meisten Verschlechterungen. Mit anderen Worten: Die MVZ-Leiter - egal ob Ärzte oder Geschäftsführer - wollen mehrheitlich, dass die nächste Regierung ihre Einrichtungen abschafft oder die Zahl der genehmigungsfähigen Träger begrenzt.

Sind diese Meinungsäußerungen Ausdruck politischer Unkenntnis, die zum Himmel stinkt? In Bayern wird man das gerne riechen. Allerdings wird man sich dort, wie beim politischen Gegner, eingestehen müssen, dass gesundheitspolitische Programme selbst von denen nicht gelesen werden, die sie unmittelbar angehen.

Lesen Sie dazu auch: "Portal-MVZ sind politisch nicht gewollt" MVZ-Betreiber beurteilen Zukunft skeptisch

 

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