Kommentar

Die Suchtstellen als Ersatz für die Eltern

Von Christian BenekerChristian Beneker Veröffentlicht:

Es ist wie überall: Öffentliche Institutionen sollen ausbügeln, was Elternhäuser nicht mehr leisten. In Niedersachsen startet nun eine Kooperation zwischen Krankenkassen, freier Wohlfahrtspflege und Landesregierung, um Jugendliche vor der Alkoholsucht zu bewahren.

75 Fachstellen der Suchtprävention erhalten von den Kassen Geld, um mit Eltern und Kindern präventiv über Alkoholmissbrauch zu sprechen. Die Initiative kommt keinen Tag zu früh. Die Zahlen in Niedersachsen zeigen, dass sich immer mehr Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren buchstäblich ins "Koma saufen". Im vergangenen Jahr mussten 2600 sturzbetrunkene Jugendlichen stationär behandelt werden.

Die Sondersteuer, die seit 2004 auf Alcopops erhoben wird, zeigt keine Wirkung mehr. Denn Jugendliche trinken vor allem Bier. Und das ist in jeder Kneipe billiger zu haben als Orangensaft. Heranwachsende kopieren, was sie in ihrem Umfeld sehen, dabei sind ihre Konsummöglichkeiten beschränkter als die ihrer Eltern. Notwendig sind Eltern, die einen maßvollen Umgang mit Alkohol vorleben und ihren Kindern entschlossen über die Schulter schauen - und sie zur Rede stellen, wenn sie schwankend von der Fete kommen. Das Projekt in Niedersachsen kann dabei helfen.

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