Medizinethik

Die Tür wird nicht mehr zugehen

Veröffentlicht: 14.04.2008, 05:00 Uhr

Forschungsverbot: Hubert Hüppe, CDU

Es besteht Einigkeit, dass es nach zehn Jahren Forschung keine einzige Therapie mit embryonalen Stammzellen gibt, und auch keine einzige klinische Studie am Menschen. Angesichts der offensichtlichen therapeutischen Nutzlosigkeit embryonaler Stammzellen wird hilfsweise argumentiert, die Forschung mit ihnen sei unverzichtbar, um weitere Therapien mit adulten Stammzellen entwickeln zu können. Wir wissen doch: Wenn heute der Stichtag verschoben wird, weil die Forscher aktuelle Stammzellen wollen oder brauchen, dann verschieben wir den Stichtag erst recht wieder, wenn die jetzt neuen Stammzellen in ein paar Jahren veraltet sind.

Wenn heute der Stichtag verschoben wird, machen wir eine Tür auf, die wir nicht mehr zu bekommen.

Lesen Sie dazu auch: Ein Stich für die Stammzellforscher

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: "Eine weit reichende Signalwirkung für die Wissenschaft"

SO IST DIE STAMMZELLFORSCHUNG IN ANDEREN LÄNDERN GEREGELT Staats-Geld nur für alte Stammzelllinien Dolly hat die Dämme gebrochen Forschungsklonen - theoretisch verboten Forschung ist seit Juli 2007 erlaubt Keine Stichtagsregel für die Forscher

DIE DEBATTE ZUR STAMMZELLFORSCHUNG - AUSZÜGE AUS DEN BUNDESTAGSREDEN Ich bin zu einer neuen Einschätzung gekommen Glaubwürdigkeit wird beschädigt Beide Forschungsansätze nötig Die Tür wird nicht mehr zugehen Stichtag war nicht erfolgreich Stabile Übereinkunft für ethisches Dilemma Keine Argumente für die Verschiebung

Lesen Sie dazu auch: Bundestag erleichtert Stammzellimport Bundestag liberalisiert das Stammzellgesetz Ein winziger Zellhaufen für die Forschung - eine große ethische Frage für den Bundestag

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