Kassen-Finanzen

Die fetten Jahre sind vorbei

Der Aufbau der Finanzreserven der Kassen ist ein Spiegel der guten Konjunktur. Jetzt nahen magere Zeiten.

Veröffentlicht:

WIESBADEN. Das Finanzvermögen der gesetzlichen Krankenkassen ist rückläufig: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hatten Krankenkassen im vergangenen Jahr ein addiertes Finanzvermögen von 36,5 Milliarden Euro.

Es wurde ganz überwiegend in Form von Sichteinlagen und Wertpapieren gehalten. Seinen vorläufigen Höchststand hatte das Finanzvermögen im Jahr 2013 erreicht. Damals bunkerten die Kassen Geld und Wertpapiere in Höhe von 40,4 Milliarden Euro. Vorausgegangen war dem ein starker Zuwachs seit 2010.

Sprunghaftes Wachstum

Vor fünf Jahren betrug das Finanzvermögen noch 28,3 Milliarden Euro, wuchs in den Folgejahren aber sprunghaft. Bereits 2012 hatte sich die Situation nach der Finanz- und Wirtschaftskrise so stark verbessert, dass das Bundesversicherungsamt (BVA) bei etlichen Kassen auf Prämienausschüttungen drängt. Das BVA begründete seinen Schritt damit, etliche Kassen wiesen Rücklagen von teils deutlich über 1,5 Monatsausgaben aus.

Kassen reagierten auf den Druck der Aufsicht - laut BVA-Jahresbericht schütteten neun Kassen im vergangenen Jahr insgesamt 706 Millionen Euro an Prämienzahlungen aus.

Doch die Entwicklung scheint zu kippen: Davon zeugt zum einen der Rückgang des Finanzvermögens um rund vier Milliarden Euro im Vergleich zu 2013. Warnsignale sendet zum anderen die Finanzentwicklung der GKV in den ersten beiden Quartalen: die Kassen verbuchten ein Minus von fast einer halben Milliarde Euro.

Bis Ende 2014 war die Finanzlage der GKV ganz überwiegend noch komfortabel. Nur acht Kassen konnten damals nicht die vorgeschriebene Mindestrücklage von 0,25 Monatsausgaben vorweisen. Viel hängt für die Kassen an der offiziellen Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags für 2016: Am Freitag wird dazu die Entscheidung des BMG erwartet. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt