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Kommentar – Drogenbeauftragte

Drogentote – düstere Bilanz

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Es sind keine guten Nachrichten, die die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und BKA-Chef Holger Münch der Öffentlichkeit präsentiert haben. Zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der Drogentoten in Deutschland gestiegen. 1333 rauschgiftbedingte Todesfälle wurden 2016 registriert – knapp zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Es seien vor allem die neuen psychoaktiven Stoffe und der zunehmende Mischkonsum verantwortlich für diese Entwicklung. Hinzu kommt, dass Drogen im Zuge von Globalisierung und Digitalisierung leichter verfügbar sind.

Aber: Ist das alles neu? Hätte man hier nicht früher intervenieren müssen? Die Einschätzung der Drogenbeauftragten, mit einem breiten Fächer gesundheitspolitischer Maßnahmen den Trend zu stoppen, lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass die Bundesregierung einen konkreten Plan hat, wie man Herr des Problems werden kann.

Aus etwas mehr Aufklärung, der Warnung vor dem Darknet und dem Ruf nach strengeren Strafen wird noch kein schlüssiges Konzept. Diese Maßnahmen können nur Teil einer Gesamtstrategie sein, die darauf ausgerichtet sein muss, Kinder und Jugendliche dort abzuholen, wo man sie erreichen kann – in der Schule, in Jugendeinrichtungen und auf der Straße.

Lesen Sie dazu auch: Rauschgift: Zahl der Drogentoten erneut gestiegen

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