Hormonschädigende Chemikalien

E-Parlament blockt Kommission

Beim Schutz vor endokrinen Disruptoren muss die EU-Kommission nacharbeiten. Das Europäische Parlament lehnte am Mittwoch einen Entwurf der Brüsseler Behörde als unzureichend ab.

Veröffentlicht:

BRÜSSEL. Beim Schutz vor hormonschädigenden Chemikalien muss die EU-Kommission nacharbeiten. Das Europäische Parlament lehnte am Mittwoch einen Entwurf der Brüsseler Behörde als unzureichend ab. Die Kommission bedauerte dies und bat sich Bedenkzeit aus.

Es geht um sogenannte endokrine Disruptoren, also Stoffe, die Einfluss auf den Hormonhaushalt nehmen und zu Unfruchtbarkeit, Krebs oder Fehlbildungen führen können. Die EU-Länder hatten im Juli nach langem Hin und Her den Vorschlag der Kommission gebilligt, den das Europaparlament jetzt blockierte.

Darin wurden wissenschaftliche Kriterien aufgestellt, um solche hormonschädigenden Stoffe in Pflanzenschutzmitteln zu identifizieren. Die Abgeordneten störten sich an zu weitreichenden Ausnahmen. Die Behörde solle einen neuen Entwurf ausarbeiten, forderten sie.

Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis kritisierte, das Parlament stoppe eine Maßnahme, die den Gesundheitsschutz vorangebracht hätte. Diese Regelung wäre besser gewesen als gar keine und hätte ausgebaut werden können, sagte er. "Die Kommission muss nun nachdenken, welche Schritte zu unternehmen sind."

Die Grünen und Verbraucherschützer begrüßten das Parlamentsvotum dagegen. Die Menschen bräuchten einen besseren Schutz vor den hormonstörenden Stoffen. (dpa)

Mehr zum Thema

Rauschmittel in der Pandemie

Drogenkonsum im Lockdown: Wohnzimmer statt Technoparty

EU-Arzneimittelagentur

EU-Parlament schickt EMA 2.0 an den Start

Internationales Pandemiemanagement

Zwei Stiftungen rüsten CEPI-Allianz im Kampf gegen Corona auf

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Eine Spritze wird während einer Corona-Impfaktion in Hamburg aufgezogen.

© Daniel Bockwoldt / dpa

Gastbeitrag

Corona-Impfpflicht? Es gäbe Alternativen!

Unzufrieden mit der Vermittlung von Terminen für Arztpraxen: vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner.

© Yantra / stock.adobe.com

Lange Wartezeiten kritisiert

Ersatzkassen fordern mehr Sprechstundenzeiten in Facharztpraxen