Kommentar zu Mitt Romney

Ein Hauch von Selbstgerechtigkeit

Von Christoph FuhrChristoph Fuhr Veröffentlicht:

Wie von allen guten Geistern verlassen stolpert US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney von einem Kommunikationsgau in den nächsten. Ein Mann auf Zickzackkurs, der einst als Gouverneur von Massachusetts eine hoch gelobte Gesundheitsreform durchgeboxt hat.

Von der will er vorübergehend nichts mehr wissen, weil als Kern seiner Wahlkampfstrategie Barack Obamas - zum Teil ähnliches - Reformkonzept attackiert werden muss. Und jetzt die Kehrtwende von der Kehrtwende. Die eigene Reform wird wieder gelobt. Mehr Heuchelei geht nicht.

Und wir, die interessierten Beobachter aus Deutschland, lehnen uns mit Schaudern vor unseren Fernsehern zurück und laufen Gefahr, mit einem Hauch von Selbstgerechtigkeit über Wahlkämpfe im eigenen Land nachzudenken: Keine Heucheleien, keine schäbigen Attacken, dafür Ehrlichkeit und Fairness? Schön wär's!

Der Bundestagwahlkampf 2013 steht vor der Tür. Mal schauen, was uns da noch an verbalen Tiefschlägen erwartet.

Die Wahl findet übrigens zu einem Zeitpunkt statt, an dem der Name Romney allenfalls noch für Historiker relevant sein dürfte - als ein Mann, der US-Präsident werden wollte und kläglich scheiterte. Mal ehrlich: Er hat es nicht anders verdient.

Lesen Sie dazu auch: Ein Kandidat, viele Fettnäppchen

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