Kommentar zur PKV

Ein Klassenunterschied

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Nicht nur bei der ärztlichen Behandlung, auch in der Pharmakotherapie gibt es Klassenunterschiede für Privat- und Kassenpatienten. Daran hat auch das AMNOG mit der frühen Nutzenbewertung nichts geändert, die für die GKV und die PKV gleichermaßen gilt.

Die jetzt vom Wissenschaftlichen Institut der PKV vorgelegte Studie zum Vergleich der Arzneiversorgung in den beiden Versicherungsarten offenbart, dass Privatpatienten deutlich schneller Zugang zu Innovationen erhalten als gesetzlich Versicherte - obwohl die PKV die gleichen Erstattungsbeträge zählt wie die GKV und auch die gleichen gesetzlichen Rabatte von den Arzneimittelherstellern eingeräumt bekommen.

Die Schlussfolgerung ist: Es liegt an der unterschiedlichen Verordnungspraxis der Ärzte. Dies wiederum ist keine Willkür, sondern immer noch Reflex auf tatsächlich oder vermeintliche Regressbedrohungen durch die Prüfgremien der Selbstverwaltung.

Während die PKV keine Sanktionsmöglichkeiten gegen Ärzte hat, sind entgegen den Empfehlungen vieler Sachverständiger nach wie vor alle Reglementierungen und Sanktionsmöglichkeiten bei Unwirtschaftlichkeit in Kraft. So werden Klassenunterschiede weiter zementiert.

Lesen Sie dazu auch: Arzneimittel: Vorsprung für PKV-Patienten

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Bernhard Seuling

Privatpatienten haben einen Vorsprung - manchmal aber auch zur falschen Seite.

Nicht immer haben PKV-Patienten bei Medikamenten einen Vorsprung.

So werden sie von der Pharmaindustrie - auch mit Hilfe der Ärzte, die so verordnen - gerne als Melkkühe benutzt. Bestes Beispiel dafür sind die Preise für Sortis und Diovan. Hier kosten die Generikas 20 - 30% des Originals. Verordnet werden sie aber fast ausschließlich Privatpatienten. Einen medizinischen Grund dafür gibt es so gut wie nie.

Auch muss bei Privatrezepten - im Gegenteil zu denen der GKV - "aut idem" immer angekreuzt werden. Dies geschieht daher so gut wie nie.

Letztendlich zahlt das der Privatpatient über seine Beiträge dann aus der eigenen Tasche.


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