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Eine Hotline gegen Genitalbeschneidung

Das NRW-Gesundheitsministerium rückt das Leid betroffener Mädchen in den Fokus.

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Beispiel aus Kenia: Dort werden solche Instrumente zur Beschneidung von Mädchen verwendet.

Beispiel aus Kenia: Dort werden solche Instrumente zur Beschneidung von Mädchen verwendet.

© Friedrich Stark / imago

DÜSSELDORF (iss). Mit einem neuen Angebot wollen die Beratungsstelle "Stop Mutilation" und das nordrhein-westfälische Gesundheits- und Emanzipationsministerium den Kampf gegen die Genitalverstümmelung vorantreiben.

Die bundesweit einmalige Telefonhotline "Kutairi" wendet sich an Betroffene, Angehörige, Erzieher, Lehrer und Ärzte.

Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW leben schätzungsweise 5600 von Genitalbeschneidung betroffene oder bedrohte Mädchen und Frauen.

"Ich hatte lange Zeit keine Vorstellung davon, dass das Thema in dieser Dimension auch Nordrhein-Westfalen betrifft", sagte Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) bei der Vorstellung der Hotline in Düsseldorf.

Frauen und Mädchen, die eine Verstümmelung erlitten haben, bräuchten Unterstützung. Darüber hinaus sei es wichtig, anderen dieses Schicksal zu ersparen, sagte Steffens.

"Was hier mit Mädchen in einem Alter geschieht, in dem sie eigentlich behütet und beschützt werden müssen, ist skandalös."

"Kutairi" bietet in zunächst sechs Sprachen eine niedrigschwellige anonyme Beratung, darunter Informationen zur ärztlichen Versorgung. Die Hotline wendet sich auch an alle, die mit Betroffenen zu tun haben oder die den Verdacht haben, dass ein Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht ist.

Auch Ärzte seien häufig überfordert, wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden, sagt Günter Haverkamp, Vorsitzender des Vereins "Aktion weißes Friedensband", der den "Runden Tisch gegen Genitalbeschneidung von Mädchen in NRW" koordiniert.

"Die Ärzte sind entsetzt, wissen aber nicht, was sie tun können." Hier soll mit der Einrichtung der Hotline künftig Abhilfe geschaffen werden, so Haverkamp.

Informationen: Tel. 0211 - 86184338

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Grausamkeit vor unserer Haustür

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