Kommentar

Grausamkeit vor unserer Haustür

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Es ist ein unvorstellbares Leid, das Mädchen und jungen Frauen mit der Genitalbeschneidung angetan wird. In Ländern wie dem Sudan oder Somalia ist fast jede Frau von diesem Schicksal betroffen.

Doch das Drama spielt sich nicht nur in Afrika ab, sondern auch vor unserer Haustür. Allein in NRW leben 5600 Frauen oder Mädchen, die eine Genitalverstümmelung erlitten haben oder von ihr bedroht sind. Davor darf niemand die Augen verschließen.

Wer als Arzt oder in einer anderen Funktion mit dem Thema konfrontiert wird, ist entsetzt, sprachlos und hilflos. Im Umgang mit den Opfern dominiert häufig die Angst, etwas falsch zu machen oder religiöse und kulturelle Gefühle zu verletzen. Die Angst ist verständlich, sie darf aber nicht zum Nichtstun führen.

Die betroffenen Frauen und Mädchen sind dringend auf Hilfe angewiesen. Deshalb ist das telefonische Beratungsangebot der Düsseldorfer Beratungsstelle "Stop Mutilation" eine wichtige Initiative.

Sie bietet sowohl den Betroffenen Unterstützung, als auch Ärzten und anderen, die mit den Frauen und Mädchen Kontakt haben. Jeder kann dazu beitragen, wenigstens denjenigen, die hier leben, weiteres Leid zu ersparen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Eine Hotline gegen Genitalbeschneidung

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