Eine neue Epoche für die Hausärzte

BERLIN (HL). Hausärzte und AOK in Baden-Württemberg haben gestern ein neues Kapitel in der ambulanten Versorgung aufgeschlagen: das Ende der Budgets und der erste breitenwirksame Versorgungsvertrag für Hausärzte jenseits der KV ab dem 1. Juli.

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Rechnen mit 5000 teilnehmenden Kollegen in Baden-Württemberg: Dr. Berthold Dietsche (2.v.r.) und Ulrich Weigeldt (r.) vom Hausärzteverband.

Rechnen mit 5000 teilnehmenden Kollegen in Baden-Württemberg: Dr. Berthold Dietsche (2.v.r.) und Ulrich Weigeldt (r.) vom Hausärzteverband.

© Foto: Zimmermann

Hausärzteverband, Medi und AOK Baden-Württemberg haben gestern einen völlig neuartigen Hausarzt-Vertrag nach Paragraf 73 b unterzeichnet. Danach können Hausärzte, die dem Vertrag beitreten, für Patienten, die sich bei ihnen einschreiben, die komplette hausärztliche Versorgung übernehmen. Möglich ist dies für 3,7 Millionen AOK-Versicherte; bis zu einer Million sollen sich, so AOK-Chef Rolf Hoberg, bis Ende 2009 einschreiben.

Dr. Berthold Dietsche, Hausärzte-Chef in Baden-Württemberg, rechnet damit, dass 5000 der 7000 Hausärzte an dem Vertrag teilnehmen werden. Sie müssen definierte qualitative Bedingungen erfüllen. Der Vorteil liegt in einer einfachen, aus vier Elementen bestehenden Pauschal-Honorierung, die Fallwerte bis zu 80 Euro im Quartal - aktueller KV-Fallwert: 53 Euro - möglich macht. Eingebunden in den Vertrag sind auch Kinderärzte.

Für den Medi-Verbund betonte dessen Vorsitzender Dr. Werner Baumgärtner das Ziel, Fachärzte über Verträge nach Paragraf 73 c mit der AOK einzubinden. Damit würde für die komplette ambulante Versorgung von AOK-Versicherten im Südwesten zur KV eine Alternative entstehen.

Lesen Sie dazu auch: AOK-Hausarztvertrag verschlankt Bürokratie

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein Meilenstein für die Hausärzte

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