Brandenburg

Einheitlicher Tarifvertrag für Pflege in Sicht

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POTSDAM. Für die Altenpflegekräfte in Brandenburg soll künftig ein einheitlicher Tarifvertrag gelten. Das haben die Spitzenverbände Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und Der Paritätische mit der Gewerkschaft ver.di in einer Absichtserklärung vereinbart. Nun wollen sie zügig die Tarifstruktur für Entgelt und Mindestarbeitsbedingungen festlegen.

Die Einigung erfolgte mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege. "Nur eine gute Bezahlung verbunden mit attraktiven Arbeitsbedingungen macht den Pflegeberuf für junge Menschen interessant und hält diese dort", heißt es in der Absichtserklärung.

Anne Böttcher, Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg betonte, wie wichtig es sei, die Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten in der Pflege weiter zu verbessern.

ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales Meike Jäger zeigte sich überzeugt, dass der Tarifvertrag eine Maßnahme gegen den Fachkräftemangel ist. Er werde "zur Aufwertung des Berufs der Altenpflege beitragen und die Arbeit für junge Menschen attraktiver machen", so Jäger.

Die Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft über einen Tarifvertrag hatte Brandenburgs Arbeits- und Sozialminister Günter Baaske (SPD) im Herbst letzten Jahres initiiert. Er verwies auf gewaltige Unterschiede und viele verschiedene Regelungen bei der Bezahlung in der Altenpflege.

"Der Preiskampf auf Kosten der Beschäftigten muss ein Ende haben", forderte er. Baaske kündigte an, dass die Landesregierung den Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären will, "sobald die Verbände der freien Wohlfahrtspflege sich auf eine Entgeltstruktur geeinigt und den Tarifvertrag unterzeichnet haben".

Brandenburg ist nach Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Pflegebedürftigen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Brandenburg von derzeit knapp 96.000 bis 2030 auf etwa 162.000 um knapp 70 Prozent. Dann wären statt jetzt 3,8 Prozent mehr als sieben Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig.

Der Personalbedarf würde in den ambulanten Diensten von jetzt rund 12.500 Beschäftigten auf fast 21.000 und in den Heimen von gut 16.400 Beschäftigten auf über 33.000 explodieren. (ami)

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