Kommentar zur GMK

Ende der Schrumpfkur?

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Immerhin: allmählich dämmert den Ländergesundheitsministern, dass der öffentliche Gesundheitsdienst in den letzten Jahrzehnten auf einen Restposten in einem komplexen Gesundheitssystem geschrumpft ist.

Im Wesentlichen beschränkt sich dessen Aufgabe heute auf Vollzug und Überwachung bestimmter hoheitlicher Aufgaben. Von aktiver Gestaltung der Gesundheitsversorgung, beispielsweise in der Präventionspolitik, kann keine Rede mehr sein.

Die Kritik am Präventionsgesetz der schwarz-gelben Koalition, das sich zwangsläufig auf das Leistungsrecht der GKV konzentriert und die (Primär-)Prävention in Lebenswelten außer Betracht lässt, ist angesichts der Versäumnisse der Länder in der Vergangenheit heuchlerisch.

Die Erkenntnis, dass die Vergütung der Amtsärzte inzwischen unattraktiv ist, könnte ein erster Schritt sein. Die Beamtenbesoldung zu reformieren und leistungsgerecht zu differenzieren, erfordert freilich einen Dauerlauf gegen Innen- und Finanzminister.

Inhalte und Aufgaben der Ärzte für öffentliches Gesundheitswesen wieder attraktiv zu machen und sie vom Odium zu befreien, sie seien Mediziner, die kein Blut sehen können, ist eine Herausforderung, die einen langen Atem braucht. Vor Illusionen sei gewarnt. Papier ist geduldig.

Lesen Sie dazu auch: Bessere Bezahlung: Länder schmeicheln Amtsärzten

Mehr zum Thema

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Kopfschmerzen: Rund zehn Prozent der Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion entwickeln nach Abklingen der akuten Symptome einen Dauer-Kopfschmerz.

© ijeab / stock.adobe.com

Schmerzmediziner berichten

Dauer-Kopfschmerz nach COVID-19 nicht selten

Verdacht auf Tuberkulose: Bei Patienten mit therapieresistenter Erkrankung hat sich ein verkürztes Behandlungsregime als wirksam und recht gut verträglich erwiesen.

© dalaprod / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

Erfolgreiche Phase II/III-Studie

Resistente Tuberkulose in nur sechs Monaten im Griff